Das Andreaskreuz im Fokus

Margarete Zahn in ihrem Atelier in Offenbach. Foto: KV

Während unseres Atelierbesuchs bei Margarete Zahn in Offenbach konnten wir ihre frühen und neuen Werke anschauen. Die Künstlerin erklärte uns ihre aufwendige Technik, wobei sie Acrylfarbe und Eisenpigment, geätzt, auf Leinwand oder Holz verwendet. Das Hauptmotiv von Margarete Zahn ist das Andreaskreuz, das in vielen Formen und Größen, teilweise auch als Gitter oder Collage dargestellt wird.

Die Kunstvereinsgruppe war sehr beeindruckt von der Vielfalt und der Ausdruckskraft ihrer Arbeiten. Margarete Zahn zeigt ihre Bilder auf vielen Ausstellungen im In- und Ausland. Die nächste Ausstellung wird am 4. Mai in der Galerie Signum Winfried Heid in Heidelberg eröffnet, wozu sie herzlich einlädt. IB

Mediterranes Flair

Wurden vom Publikum gefeiert: das Ensemble Mediterrae mit Serena Lanzalonga (von links nach rechts), Sol Crespo, Francesco Terra und Manuel Virtù. Foto: ML

Das ausverkaufte Stadtmuseum war Schauplatz eines unvergesslichen musikalischen Erlebnisses, als das “Ensemble Mediterrae” die Bühne betrat. Vor dem Hintergrund des sommerlichen Ausblicks auf das Mittelmeer entfaltete sich eine Atmosphäre voller Magie und Emotionen.

Serena Lanzalonga (von links nach rechts), Sol Crespo, Francesco Terra und Manuel Virtù in Aktion bei einem sephardischen Lied. Foto: ML

Die musikalische Reise, die das Ensemble bot, war eine beeindruckende Verschmelzung verschiedener Kulturen und Zeiten. Von den sanften Klängen der sephardischen Musik bis hin zu den mitreißenden italienischen Villanellen fesselte jede Note das Publikum und entführte es in ferne Welten.

Die Hingabe und Leidenschaft der Musiker waren spürbar, während sie das Publikum mit ihren im Stile sehr unterschiedlichen Darbietungen verzauberten. Als das Konzert sein Ende fand, schwelgten die Zuschauer in sommerlichen Eindrücken und mediterranem Flair. Es war mehr als nur ein Konzert; es war eine kulturelle Reise, die die Herzen der Zuhörer berührte und sie mit einem Gefühl der Dankbarkeit und Erfüllung zurückließ. Die Erinnerungen an diesen besonderen Abend werden noch lange in den Köpfen und Herzen der Besucher nachhallen. FS

Mascha Kaléko – mal heiter, mal melancholisch

Ein eingespieltes Duo: Alix Dudel und der Gitarrist Sebastian Albert. Foto: ML

Einen wunderbaren Abend erlebten die Gäste des Kunstvereins am 30. Januar im voll besetzten Stadtmuseum. Leider mussten viele weitere Kartenwünsche unerfüllt bleiben.

Mit einem Brief, aus dem sie immer wieder zitierte, wandte sich Alix Dudel an Mascha Kaléko und brachte so dem Publikum die Lyrikerin und ihr Leben nahe. Das warme Timbre ihrer Stimme passte perfekt zu den Vertonungen der mit Charme und Humor vorgetragenen Texte. Einfühlsam und zurückhaltend begleitete sie auf der Gitarre Sebastian Albert – ein gut eingespieltes Duo. Die Texte mal heiter und spöttisch, mal melancholisch von Trauer durchzogen, oft mit einem lakonisch-humorvollen Schlenker und dem Leben zugewandt – Liebe, Einsamkeit, kleine und große Abschiede, aber auch alltägliche Alltagssituationen sind die Themen von Mascha Kalékos Lyrik.

Als Jüdin in Galizien geboren und in Berlin zu erstem Ruhm gekommen, 1938 emigriert nach New York und 1959 ihrem Mann zuliebe nach Israel, erfuhr sie bitter die Heimatlosigkeit, und so heißt es auch im Gedicht „An mein Kind“:     

„Du bist, vergiss es nicht, von jenem Baume,
der ewig zweigte und nie Wurzeln schlug,
der Freiheit Fackel leuchtet uns im Traume,
bewahr den Tropfen Öl im alten Krug.“

Und immer wieder klingen Abschiede und Verlust an „später lächeln wir fast über so manches vernarbte Adé. Denn der Tod tut nicht weh, nur das Sterben.“

Das Publikum zeigte sich begeistert, berührt, bereichert und beschenkt –  „sozusagen grundlos vergnügt“. HB