Satirische Kurzfilme in allen Facetten

Nach dem letztjährigen, witterungsbedingten Ausweichen in die Stadthalle fand der Kurzfilm-Abend diesmal wieder als Open-Air-Veranstaltung vor voll besetzten Rängen im Wasserschloss statt. Foto: ML

Gut ein Dutzend satirische Kurzfilme wurden den rund 150 Zuschauern bei der Open-Air-Veranstaltung im Alten Wasserschloss präsentiert, die wiederum im Rahmen des Kreisstadt-Sommers durchgeführt wurde. Bei der Auswahl der besten Filme der Rüsselsheimer Filmtage, ergänzt durch drei Streifen der Kurzfilm-Agentur Hamburg, gab es wieder viel zu lachen, doch blieb dem Publikum bei “Fluffy Tales” auch das Lachen im Halse stecken. Das Werk prangert anhand eines Werbeshootings aus der Perspektive eines weiblichen Models in bitterböser Satire Macht, Grenzüberschreitung und das Frauenbild in der Werbung an.

Die Lachmuskeln trackierten eher die “Drei Experten”, allesamt dargestellt von Volker Heymann, in einer Art Wort-Rap oder die aus dem Ruder laufende Filmaufnahme auf einem Flugplatz in “One Shot”. Künstlerisch gewiss zu den Höhepunkten zählte der Trickfilm “The Sausage Run”. Das neueste Werk von Oscar-Preisträger Thomas Stellmach erzählt mit Hilfe historischer Wundertrommeln eine Variation des Grimm-Märchens Rotkäppchen.

Moderiert wurde der Kurzfilm-Abend von Christine Lennartz und Christine Peters.

Über 1000 Euro für die Spendenaktion

Nach getaner Arbeit am späten Abend: Von links Birgit Müller-Muth (1. Vorsitzende), Christine Lennartz (2. Vorsitzende), Barbara Dohm (Schriftführerin) und Alexander Muth (Schatzmeister). Foto: ML

Mit voller Belegschaft bewirtschaftete der Kunstverein am ersten Augustwochenende das Chalet Hofheim am Untertor. Mehr als 1000 Euro erbrachte der Erlös aus dem Weinverkauf, der nun die Spendenaktion des Bundesjugendorchesters für die Musikerinnen und Musiker des Partnerorchesters in der Ukraine unterstützen wird. ML

Documenta-Besuch bei tropischen Temperaturen

Gruppenbild mit den Documenta-Teilnehmenden. Foto: Fangauf

Mit knapp 30 Personen fand unsere Kunstfahrt zur Documenta 15 nach Kassel wie geplant am 4. August statt. Zentraler Programmpunkt des Tagesbesuches waren die Einführung sowie die Werkbesprechungen durch zwei Kunstvermittler der Documenta, die von unserer Gruppe interessiert, aber teilweise auch mit Kritik begleitet wurden. Die Guides veranschaulichten die künstlerische Sichtweisen des sogenannten globalen Südens vor dem jeweiligen aktuellen wie historischen Hintergrund unter anderem an Beispielen aus Bangladesch, Kenia, Kuba, Indonesien und Uganda.

Dieses Werk des umstrittenen Kollektivs Taring Padi aus Indonesien hängt in einem ehemaligen Hallenbad. Foto: ML

Die freie Zeit nutzte die Gruppe für eigene Erkundungen. So kam aus diesem Kreis auch die spontane Idee auf, per Tram einen etwas abgelegenen Standort der Documenta, ein ehemaliges Hallenbad, zu besuchen. Dort waren teils Jahrzehnte alte, bedrückende Arbeiten des Kollektivs Taring Padi versammelt, die im Kontext der Auflehnung gegen das Militärregime Suhartos entstanden waren.

Obwohl weiter die Konzeption und Leitung dieses “Museums für 100 Tage” kritisch hinterfragt wird, war der Besuch in anregender Weise herausfordernd – auch was die tropischen Temperaturen am Besuchstag anging. Die Ausdauer der Gruppe war einfach lobenswert! (HH)

„Return to Sender 2022“ heißt dieses Werk von The Nest Collective im Park Karlsaue. Foto: Fangauf