Mit neapolitanischem Flair

Historische Instrumente: Alon Sariel mit der Theorbe und Christine Vogel mit der Gambe. Fotos: BMM

Bei dem diesjährigen Kooperationskonzert des Kunstverein Hofheim mit den Main-Taunus-Konzerten im Landratsamt drehte sich alles um das Jahresthema Tier – Mensch.

Viel Beifall für das achtköpfige Ensemble um Florian Streich (3.v.rechts).

Ein auf originalen Barockinstrumenten musizierendes Ensemble aus acht Profis der historischen Aufführungspraxis um den Cellisten und Ensembleleiter Florian Streich wusste die Gemüter und Emotionen der Zuhörer zu bewegen. Streich führte das begeisterte Publikum durch verschiedene Beispiele der Verwendung von Tierlauten und Tiermetaphern im Generalbasszeitalter. Als Interpret des Instruments des Jahres 2023, der Mandoline, hatte er zusätzlich den Mandolinisten und Lautenisten Alon Sariel einladen können, der neben seinem Continuospiel auf der Theorbe auch die Mandoline vorstellte und damit neapolitanisches Flair mit Emanuele Barbellas Mandolinenkonzert nach Hofheim brachte. 

Ein spannender Abend ging mit Kuhglockengeläut und der Zugabe „Guardame las Vacas“ aus der Renaissance zu Ende.

Auf ein Wort mit Sibylla

Besucher konnten eine Verwandlung am eigenen Körper erleben. Foto: BMM

Wer an einem sonnigen Herbstsamstag eine Führung mit Pascal Heß durch die Doppelausstellung Metamorphosis DOK in Flörsheim oder Bad Soden gebucht hatte, konnte nicht nur Wissenswertes über Sibylla Merian erfahren, sondern auch mit den ausstellenden Künstlerinnen ins Gespräch kommen. Nach seinem Impulsvortrag zu Merian verwickelte Pascal Heß spielerisch bei seinem Rundgang die anwesenden Künstlerinnen in ein Gespräch, indem er sie bat zu überlegen, worüber sie mit Sibylla Merian sprechen, was sie fragen würden, wenn dies möglich wäre.  

Die Themen waren erwartungsgemäß sehr unterschiedlich, geprägt von dem Interesse zu erfahren, wie viel Mut nötig war, um derartige Fernreisen zu wagen, wie Merian ein so selbstbestimmtes Leben führen konnte. Und es gab die interessierten Nachfragen, was sie heute malen, womit sie sich heute wissenschaftlich beschäftigen würde.

Das Gespräch wandte sich sodann der eigenen künstlerischen Position zu, die immer einen Verweis auf die Auseinandersetzung mit den Werken der erstaunlichen Naturforscherin und Künstlerin lieferte. Hier nur einige exemplarische Positionen:

Die Einheit von biomorphen und geometrisch-konstruktiven Formen greift Brigitte Sterz nach ihren ausgiebigen Besuchen in der naturhistorischen Sammlung des Museums Wiesbaden auf, während Jana Hartmann sich durch ihre Erfahrungen in der Corona-Zeit mit der Verlagerung des Naturerlebens in den virtuellen Raum beschäftigt. Das Künstlerpaar Zischg/Kolt will mit der Skulptur aus Marmor und Bienenwachs eine Interaktion völlig gegensätzlicher Naturmaterialien provozieren. Die Auseinandersetzung mit Verwandlungsmythen inspirierte Petra Straß zu Kostümobjekten, die Besucherinnen und Besucher am eigenen Körper tragen und auf diese Weise eine Verwandlung erleben konnten.

Sachkundige Gespräche und anregende Fragen machten die Führung schließlich zu einem veritablen Kunstgenuss. (BMM)

Führung im Casals Forum

Der Konzertsaal im Casals Forum mit aufwendiger Akkustik. Fotos: Hahn
C-Dur – eine Bronze-Skulptur von Anthony Cragg.

Am 12. September fand die Führung im Casals Forum in Kronberg statt. Bei sehr schönem Wetter konnten wir die beiden Skulpturen von Anthony Cragg „Timbre“ und „C-Dur“ außerhalb des Konzerthauses besichtigen. Innen wurden uns dann weitere Kunstwerke vorgestellt, z.B. die Büste Pablo Casals von Robert Berks, ein Holzschnitt von Antony Tapies und die Lichtinstallation Flylight.

Besonderes Interesse fand natürlich der Konzertsaal und hier vor allem die interessante und sehr aufwendige Akustik.

Den Nachmittag ließen wir bei einem gemütlichen Drink und netten Gesprächen ausklingen.