Viele Wirklichkeiten

Diskutierten auch mit dem Publikum: Von links Christian Kaufmann, Leiter der Heussenstamm-Stiftung, Christine Rother-Ulrich, Galeristin aus Wiesbaden, Moderator Christoph Schütte, freier Journalist, Künstlerin Claudia Poeschmann und Dr. Eva Scheid, Gründerdirektorin des Hofheimer Stadtmuseums. 

Es war eine lebhafte Podiumsdiskussion im Rahmen der ersten Ausstellung “Taunus Kunst Triennale”, an deren Ende sich auch die über 50 kunstinteressierten Zuhörer beteiligten. Moderator Christian Schütte hatte zu Beginn gefragt, ob in Zeiten des Selfie-Wahns die tägliche Flut von Bildern die Wirklichkeit beeinflusse oder gar zu verschiedenen Wirklichkeiten führe und ob die Kunst diesem Blick folgen könne.

Künstlerin Claudia Poeschmann, die selbst auf der Taunus Kunst Triennale ausstellt, glaubt, dass die Digitalisierung die Zukunft sei und gleichzeitig zur Veränderung des Menschenbildes beiträgt. Sie selbst probiere in der Kunst alles aus: “Ich arbeite klassisch, verwende aber auch Tablets, Apps und Zeichenprogramme.” Während für Christine Rother-Ulrich, deren Galerie für Malerei und Skulptur steht, es in erster Linie wichtig ist, dass Kunst sie berühre, sieht Christian Kaufmann, der Leiter der Heussenstamm-Stiftung in Frankfurt, die Gegenwart so komplex und mit vielen unterschiedlichen Facetten der Realität, dass Künstler und Künstlerinnen ganz anders gefordert seien: “Sie müssen sich heute vor allem auch im Internet mit einer eigenen Homepage präsentieren.”

Viele, interessante Aspekte kamen zur Sprache. Einhellig war auf jeden Fall die Meinung, dass die erste Taunus Kunst Triennale ein Erfolg sei. Und Museumsdirektorin Dr. Eva Scheid versprach, dass die Ausstellung nicht nur ein Probelauf für den gesamten Main-Taunus-Kreis sei, sondern auf Dauer ausgelegt wäre.

Als die Scherenschnitte laufen lernten

Moderator Michael Schurig vom Deutschen Filmmuseum beantwortete alle Fragen des begeisterten Publikums. Foto: ML

Die Abenteuer des Prinzen Achmed wurden am 5. November im Kino Hofheim mit einer kompetenten Moderation durch Michael Schurig vom Deutschen Filmmuseum gezeigt.

Er erklärte uns, wie Lotte Reiningers Silhouettenfilm von 1926 entstand und bis heute überlebte. Er gilt als der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte. Das Publikum war von diesem bezaubernden, aber auch packenden Kunstwerk fasziniert. Die Resonanz war enorm. Noch nie hatte der Moderator, der an der Restauration dieses historischen Filmstreifens selbst maßgeblich beteiligt war, bei einer Filmeinführung nach eigenem Bekunden ein so begeistertes Publikum erlebt. RS

Hexe und Zauberer – eine Szene aus dem Prinz-Achmed-Film. Foto: absolut Medien

Daniel Fritzen begeistert

Der begeisternde Klavierabend mit Daniel Fritzen (Mitte) war auch ein perfekter Abschluss für Jörg Wiederhold (links), den langjährigen Gestalter des Musikprogramms im Kunstverein. Seine Nachfolgerin ist Christine Schwarzmayr (rechts), unter anderem Mitglied des Orchesters der Oper Frankfurt.

Der in Hofheim geborene Pianist Daniel Fritzen kehrte an die Wurzeln seiner musikalischen Laufbahn zurück und bereitete rund 100 Besuchern in der Stadthalle einen außergewöhnlichen Klavierabend mit Werken von Franz Liszt und Franz Schubert.

Daniel Fritzen am Klavier

Heute in Lübeck lebend begeisterte der vielfach prämierte Musiker nicht nur mit seinem hingebungsvollen und leidenschaftlichen Klavierspiel, sondern bewies auch sein großes Talent in der Vermittlung seiner Fachkenntnis.

Wortreich führte Daniel Fritzen in die Lebenswelt der Komponisten ein.

Wortreich führte er seine Zuhörer in die Lebenswelt der Komponisten ein und erläuterte, wie sich deren Psyche und Persönlichkeit in ihren Werken niederschlägt. Einziger Wermutstropfen des dreistündigen Konzerts mit zwei Zugaben: Der Andrang war so groß, dass nicht alle Besucher Einlass in den ausverkauften Saal fanden.

Ein ganz besonderer Abend war dies auch für Jörg Wiederhold, der sieben Jahre lang das musikalische Programm des Kunstvereins Hofheim gestaltete und verantwortete. Das ehemalige Mitglied des HR2-Sinfonieorchesters, das mit diesem Klavierkonzert seine Tätigkeit im Arbeitskreis beendet, organisierte dabei zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen. Mit Christine Schwarzmayr wurde an diesem Abend auch seine Nachfolgerin vorgestellt. ML

Fotos: ML