Veranstaltungen 2015

SONNTAG, 29. NOVEMBER, 17 UHR
REIHE MAIN TAUNUS KONZERTE
Kammermusik mit dem Aris-Streichquartett und Christian Claus, Klarinette
Schubert, Beethoven, Widmann, Mozart

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Das Konzert bringt drei ganz unterschiedliche Werke, die innerhalb von nur 31 Jahren entstanden sind und uns doch die Vielseitigkeit der Wiener Klassik vor Augen führen: Schuberts „unvollendetes Quartett“, der Quartettsatz c-moll D 703 von 1820, Beethovens Streichquartett op. 59/3 (1806), eins der berühmten Rasumowski-Quartette, und Mozarts Klarinettenquintett KV 581 (1789), eins der beliebtesten Kammermusikwerke überhaupt. Dazwischen erklingt die lustvoll-virtuose „Fantasie für Klarinette solo“ (1993) des international renommierten Klarinettisten und Komponisten Jörg Widmann.

Das Aris-Streichquartett mit Anna Katharina Wildermuth, Violine, Noémi Zipperling, Violine, Caspar Vinzens, Viola und Lukas Sieber, Violoncello, ist eins der gefragtesten jungen Quartette Deutschlands. Ausgebildet u.a. durch Prof. Hubert Buchberger konzertiert es heute europaweit, tritt bei großen Festivals auf und hat zahlreiche Rundfunkaufnahmen eingespielt. Der Klarinettist Christian Claus studierte u.a. an der Frankfurter Musikhochschule bei Prof. Laura Ruiz und steht kurz vor dem Konzertexamen. Der Preisträger der Frankfurter Pestalozzi-Stiftung und der Richard-Wagner Stipendienstiftung ist Orchesterpraktikant beim SWR Sinfonieorchester.

Das Konzert ist der diesjährige Beitrag des Kunstvereins zu den Main Taunus Konzerten.

Landratsamt

FREITAG, 6. NOVEMBER, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
„Nachtgedanken“
Literarisch-musikalischer Abend mit der Schauspielerin Renate Kohn und dem Cellisten Cornelius Hummel

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Wer sind wir nachts? Ein Tag geht zu Ende. Ein Tag voller Erlebnisse oder ein Tag voller Einsamkeit, ein Tag voller Lachen oder ein Tag voller Trauer und Schmerz… am Ende jeden Tages steht der Abend, kommt die Nacht. Wie unterschiedlich werden die Nachtstunden erlebt, durchlitten oder genossen?

Johann Wolfgang v. Goethe, Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke u.v.m. kommen in dieser Lesung zu Wort.Renate Kohn hat eine Auswahl von Abend- und Nachtgedichten getroffen und nimmt die Zuhörer mit auf eine literarische Nachtwanderung.

Begleitet wird sie von dem bekannten Cellisten und Komponisten Cornelius Hummel, der mit seinem Instrument Klangbilder zaubert, die Wegweiser der literarischen Nachtgedanken sind.

Renate Kohn, Schauspielerin und wunderbare Rezitatorin, ist eine vertraute Freundin des Kunstvereins. Cornelius Hummel war 30 Jahre lang Cellist am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Seit 2009 arbeitet er freiberuflich als Musiker, Komponist und Improvisator.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 16. OKTOBER, 20 UHR
LESUNG ZUR BUCHMESSE
„Schreib ja nicht, dass wir Terroristen sind“
Die indonesische Autorin Linda Christanty liest aus ihrem aktuellen Essayband

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Indonesien, das ferne Land, das aus mehr als 15 000 Inseln besteht und in alten Zeiten ein großes Königreich war, ist in diesem Jahr Gastland der Buchmesse. Seit vielen Jahrzehnten aber ist Indonesiens Innenpolitik gezeichnet von diktatorischen Regimen und inneren Unruhen.

Eine der profiliertesten Journalistinnen Indonesiens, politische Aktivistin und zugleich vielfach preisgekrönte Schriftstellerin ist Linda Christanty, die aus ihrem letzten Essayband „Schreib ja nicht, dass wir Terroristen sind“ lesen wird. Ihre Essays sind Literatur, ihre Novellen immer auch politisch.

Dr. Gunnar Stange, ihr Übersetzer und Moderator des Abends, ist Ethnologe an der Universität Frankfurt und engagierter Indonesienkenner. Er begleitet seit Jahren die vielen und oft gefährlichen Aktivitäten der Autorin und ist sicher einer ihrer besten Kenner und Multiplikatoren.

Saal der Thomasgemeinde

DONNERSTAG, 8. OKTOBER, 20 UHR
Vortrag Prof. Dr. Otfried Schütz.
Oskar Schlemmer – Maler, Bildhauer und Bühnenbildner

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Der im Jahr 1888 geborene Maler, Plastiker, Bühnengestalter Oskar Schlemmer gehört zu den Künstlern der Klassischen Moderne, die ein Konzept in ihren Arbeiten entwickelt haben, das völlig eigenwillig und nicht im Strom ihrer Zeit lag. Dabei distanzierte er sich nicht nur von der Gegenstandslosigkeit, die er bei seinem Lehrer Adolf Hölzel kennen gelernt hatte, sondern lehnte auch die expressionistischen Figurationen seiner Zeitgenossen ab; er fand einen Weg, der zwischen diesen beiden Polen angesiedelt werden kann:

“Wir brauchen Zahl, Maß und Gesetz, um nicht vom Chaos verschlungen zu werden.“

Sein von der gestalterischen Synthese geprägtes Oeuvre galt der Totalität und Universalität im Kunstwerk, das ihn von der flächigen Malerei zur plastischen Arbeit, aber auch zu raumgreifenden Formen des Tanzes führte. International geachtet und ausgestellt verhinderte die NS-Kulturpolitik die Weiterarbeit an seinem einmaligen Künstlertum, das, nach entsagungsvollen Jahren des Berufsverbotes, 1943 mit dem Tod endete.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 18. SEPTEMBER, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Peter Henning: Die Chronik des verpassten Glücks

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Foto: Peter Felbert

Wie gut kennen wir die Menschen, die um uns sind, die mit uns leben, die wir am meisten lieben? Richard Warlo hatte seinen Ziehvater Pawel Król vom ersten Moment an geliebt. Pawel wurde sein Beschützer, sein Freund. 25 Jahre nach Pawels Tod stößt Richard auf alte Fotos, die Pawel als jungen Mann in SS-Uniform zeigen. Wer war dieser Mann, der ihn wie einen geliebten Sohn erzog, in Wahrheit? Richard macht sich auf den Weg nach Polen – in die Vergangenheit seines Vaters. Er trifft auf Pawels Kinder, aber dessen Ehefrau Oliwia, die als Einzige die wahren Hintergründe seiner Flucht kennt, liegt im Sterben. Peter Henning zeigt, wie Leerstellen, Geheimnisse und blinde Flecken in unseren Lebens- und Familiengeschichten den Menschen tiefer prägen als alles, was wir fassen, erzählen und erinnern können.
„Darüber noch einen Roman zu schreiben mit grandiosen Dialogen, brillanter Komposition und Beobachtungsgabe – das ist absolut lesenswerte, große Kunst.“ (Gert Scobel) Peter Henning, 1959 in Hanau geboren, Autor wichtiger Bücher, in denen „Sensation allein durch das Vermögen der Sprache entsteht“ (Martin Walser) und Journalist für bedeutende Zeitschriften im In- und Ausland.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 7. UND SAMSTAG, 8. AUGUST
GROSSE KUNST ABSEITS DER GROSSEN STRASSEN
Die Kunstreise 2015
Skulpturenhallen Ulrich Rückriem, Sinsteden, Langen Foundation, Hombroich, Museum Abteiberg, Mönchengladbach

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Langen Foundation | Foto: Anil Öktaz.

Nicht selten findet sich große Kunst an eher versteckten Orten. Deshalb suchen wir sie da – seit einigen Jahren schon und mit großem Erfolg. Auch 2015 entdecken wir wieder drei dieser Verstecke, in denen wir nicht nur großartige zeitgenössische Kunst, sondern auch herausragende neue Museumsarchitektur erleben. In Sinsteden begegnen wir 100 Werken des Bildhauers Ulrich Rückriem. Mit seinen minimalistischen Steinskulpturen war er documenta- und Biennaleteilnehmer. Die Architektur der Ausstellungshallen hat der Künstler selbst entwickelt. Das ebenso schlichte wie beeindruckende Gebäude der Langen Foundation auf dem Gelände der ehemaligen NATO-Raketenstation Hombroich hat der japanische Stararchitekt Tadao Ando entworfen. Neben der hervorragenden Sammlung des Ehepaares Langen sehen wir dort eine Sonderausstellung mit Werken des weltweit gerühmten dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson. Schöpfer des Museums Abteiberg ist der Österreicher Max Hollein, von dem auch das MMK in Frankfurt stammt. Auch dieses Haus nimmt nicht nur durch seine Architektur gefangen, sondern genauso mit der ausgewählten Kunst, die darin gezeigt wird. Und hier lohnt sich dann noch ein Weg in den Skulpturengarten.

FREITAG, 17. JULI, 20 UHR
FOTOGRAFIE IM STADTMUSEUM:
ZUR AUSSTELLUNG SASCHA WEIDNER
Vortrag von Dr. Michael C. Schmid, Frankfurt
Ich sehe was, was Du nicht siehst: Wie im Gehirn visuelle Wahrnehmung entsteht

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Sascha Weidner: Aus der China-Serie
© Sascha Weidner Nachlass

Herausragende Positionen der zeitgenössischen Fotografie sind bei RAY 2015 an zwölf Stationen im ganzen Rhein-Main-Gebiet zu erleben – eine davon bis zum 20.September im Stadtmuseum Hofheim. Sascha Weidner, der in diesem Frühjahr mit nur 39 Jahren starb, hat mit ganz subjektivem Blick wunderbare Bilderserien geschaffen. Drei davon sind jetzt in Hofheim zu sehen. Gehen Sie hin!

Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehört der höchst interessante Vortrag, den wir hier ankündigen. Der Referent Dr. Michael C. Schmid ist Neurowissenschafter am Frankfurter Ernst Strüngmann Institute for Neuroscience (ESI). Thema seiner Forschung ist die visuelle Wahrnehmung. Um unsere Umwelt bewusst visuell zu erleben, muss das Gehirn eine ganze Reihe von Verarbeitungsproblemen lösen. Dazu gehören die Umwandlung zweidimensionaler Bildrepräsentationen aus der Netzhaut, das Erkennen von Farb- und Bewegungsinformationen, die Extraktion sozial relevanter Merkmale (z.B. Wahrnehmung von Gesichtern), das Gewichten erfasster Inhalte anhand von Erfahrungen und Emotionen, schließlich die Fokussierung von Aufmerksamkeit und Bewusstsein auf relevante Aspekte der visuellen Umgebung. Damit die Zuhörer besser einordnen können, wie die Neurowissenschaft zu ihren Erkenntnissen gelangt, wird Dr. Schmid einen kurzen Einblick in einige neurobiologische Methoden geben: (Funktionelle Kernspintomographie, Einzelzellableitung, Optogenetik).

Eine Veranstaltung der Marta Hoepffner Gesellschaft für Fotografie in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Hofheim. Die Ausstellung ist an diesem Abend geöffnet.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 10. JULI, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
„Zagan acoustic“
hinreißende Weltmusik aus Pruszcz Gdanski

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Foto: Zagan acoustic

Die Hofheimer Gruppe, die im September 2014 Pruszcz Gdanski besuchte, hat sie schon kennengelernt und war restlos begeistert. Jetzt kommen die vier ausgezeichneten Musiker aus unserer polnischen Partnerstadt nach Hofheim: „Zagan acoustic“ mit Pawel Zaganczyk, Akkordeon, Joachim Luczak, Geige, Andrzej Wociechowski, Klarinette, und Jaroslaw Stokowski, Kontrabass. Freuen Sie sich auf einen musikalischen Leckerbissen, gerade recht für einen schönen Sommerabend! Das 2006 an der Danziger Musikhochschule gegründete Ensemble ist in Polen weithin bekannt und beliebt. Es spielt anspruchsvolle Eigenkompositionen rund um Jazz, Folk und Tango – und es tut das einfach hinreißend. Bei zahlreichen Auftritten in polnischen Radio- und Fernsehsendern, auf Festivals und bei Konzerten in vielen europäischen Ländern konnte Zagan acoustic seinen hohen künstlerischen Rang beweisen. Die Musiker sind auch auf zwei erfolgreichen CDs zu hören.

In Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Hofheimer Städtepartnerschaften e.V. und mit Unterstützung der Stadt Hofheim.

Stadtmuseum Hofheim

DONNERSTAG, 25. JUNI, 16 UHR
Hans Steinbrenner
Besuch im Garten des im Jahr 2008 verstorbenen Künstlers.
Führung mit Anne Steinbrenner

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Foto: Frankfurter Kunstkabinett

Gearbeitet hat der Frankfurter Bildhauer Hans Steinbrenner (1928 bis 2008) in einem Gartenatelier. Seine Frau Anne hat ganz in dessen Nähe zwei Jahre nach dem Tod des Künstlers einen Skulpturengarten mit Werken Steinbrenners eingerichtet.

Rund 90, zwischen 50 Zentimeter und mehr als drei Meter messende Arbeiten aus fünf Jahrzehnten hat sie hier auf eigens gegossenen Fundamenten aufstellen lassen. Im Parcours ist keine chronologische Ordnung vorgezeichnet, denn Anne Steinbrenner hat darauf geachtet, dass jede Skulptur so gut wie möglich zur Geltung kommt. Der Besucher erlebt so die Phasen der fünfziger, sechziger, siebziger Jahre und das Spätwerk, allesamt entstanden aus Basalt, Sandstein oder Muschelkalk, Eiche, Pappel oder Ulme.

Skulpturengarten in Frankfurt-Praunheim

MITTWOCH, 24. JUNI, 19.30 UHR
„Das Lied des Lebens“
Neue Konzepte für das Singen und Musizieren mit alten Menschen

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Foto: Film des Lebens

Bernhard König, Komponist und Musikvermittler, widmet sich den komplexen Lebensgeschichten alter Menschen, die ihr schweres Schicksal oder ihre Krankheit durch ihn, unterstützt von professionellen Musikern, eindrucksvoll und kreativ meistern. Hierdurch verwandeln sich Schmerz und Erstarrung in unverhoffte Energie und Lebensfreude. Bernhard König zeigt durch seinen offenen und respektvollen Umgang mit alten Menschen, dass „musikalische Späterziehung“ noch etwas anderes sein kann als das Singen von Volksliedern.

Die Filmregisseurin Irene Langenmann hat Bernhard König 2010 über 10 Monate bei seiner Arbeit im Seniorenheim und mit einem Chor alter Stimmen begleitet (die Chorsänger müssen über 70 Jahre sein, der älteste Teilnehmer ist 91). Der Film zeichnet sich durch Unmittelbarkeit und Warmherzigkeit aus. Er verzichtet auf Erklärungen und Didaktik.

Bernhard König ist an diesem Abend anwesend und stellt sich nach dem Film dem Publikum zum Gespräch zur Verfügung.

Cinepark Kino Hofheim im Chinoncenter

FREITAG , 29. MAI, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Kennen Sie das Bajan?
Konzert des SonARTrios in ungewöhnlicher Besetzung

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Foto: Franziska Gilli

Wer als junger Musiker im jährlich vom Deutschen Musikrat veranstalteten Deutschen Musikwettbewerb ein Stipendium für die Bundesauswahl Konzerte junger Künstler gewinnt, muss wirklich Herausragendes leisten.

Das trifft auch auf das SonARTrio zu mit Simon Kluth (Violine), Benedikt Brodbeck (Violoncello) und Till Marek Mannes, der ein Bajan spielt. Dieses besondere Instrument ist ein vor 100 Jahren in Russland entwickeltes, inzwischen weit verbreitetes Knopfakkordeon, das wegen seiner außerordentlichen klanglichen und dynamischen Möglichkeiten auch Eingang in den klassischen Konzertbereich gefunden hat. Das Ensemble wurde 2012 in Hannover gegründet und konzentriert sich seither auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Den drei Musikern ist es ein besonderes Anliegen, mit dieser einzigartigen Besetzung den Stimmen ihrer Zeit Ausdruck zu verleihen, den Austausch mit Komponisten zu suchen und bei ihren Konzerten in Kommunikation mit dem Publikum zu treten.

Stadtmuseum Hofheim

DONNERSTAG, 7. MAI, 16 UHR
Besuch des neuen MMK 2
mit Führung durch die Ausstellung „Boom She Boom“

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Foto: Axel Schneider

Im Oktober 2014 wurde das MMK 2, die neue Dependance des Museums für Moderne Kunst, im Taunusturm mitten im Frankfurter Bankenviertel eröffnet. Bei einer Führung durch die aktuelle Ausstellung können wir die neuen Räume kennen lernen.

Der Titel der Ausstellung „Boom She Boom“ zitiert einen Song der Band The Chords aus dem Jahr 1954. Eigentlich als Liebeserklärung an eine Frau gedacht, bezog sich der Song auch lautmalerisch auf den Abwurf einer Bombe – „Sh-Boom“ – und die Zuspitzung des Kalten Krieges. Im Kontext der Ausstellung erhält der sinnliche wie fatalistische Titel eine weitere Bedeutung, die die Forderungen und Lebenswirklichkeiten von Künstlerinnen in der Museumslandschaft unterstreicht. Das MMK hat schon immer sein Augenmerk auf die starken Positionen der Künstlerinnen der letzten Jahrzehnte gerichtet. Seit den frühen 90er Jahren gingen Werke großer deutscher und internationaler Künstlerinnen in die Sammlung ein. Mit der Vielfalt und Stärke, die von diesen Werken ausgehen, beginnt das MMK seine neue Präsenz. In Skulpturen und Installationen, Gemälden und Zeichnungen, Filmen und Performances hinterfragen die Künstlerinnen die Repräsentation und gesellschaftliche Konnotation des weiblichen Körpers. Sie beschäftigen sich mit sozialen und globalen Zusammenhängen, untersuchen Formen von Narration und Abstraktion und analysieren Strategien der Raumaneignung.

MMK 2. Frankfurt, Taunustor

FREITAG, 24. APRIL, 18 UHR
ZU GAST BEI KÜNSTLERN AUS DEM MAIN-TAUNUS-KREIS
Atelierbesuch bei der Eschborner Künstlerin Romana Menze-Kuhn

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„Die sensible Wahrnehmung von künstlich geschaffenen Naturräumen versus ursprüngliche Natur steht im Mittelpunkt des Werkes von Romana Menze-Kuhn. Mit Installationen im öffentlichen Raum wurde die Künstlerin bekannt. Geprägt ist ihr Werk durch Arrangements von verschiedenen künstlerischen Medien zu ästhetischen, inhaltlichen und kritischen Arbeiten. Diese balancieren zwischen Raum und Raummalerei, zwischen Fertigem und Prozesshaften, wobei ihr Schwerpunkt auf der Malerei liegt“ (Dr. Petra Skiba, Kunsthistorikerin Frankfurt 2013).

Romana Menze-Kuhn ließ sich in New York am Performance Centre bei L. Fernandez und K. Emsig und im ClownTheatre NY ausbilden. 1988 bis 1996 besuchte sie Lehrgänge vom BBK und in der Städelschule Frankfurt bei M. Siegel. 2000 erregte ihre Skulptur „Nahtstelle Müll – Fenster zur Deponie“ große Aufmerksamkeit. Seit 1993 ist sie freischaffende Künstlerin mit regelmäßiger regionaler und internationaler Ausstellungstätigkeit. Sie gehört der Künstlergruppe „nonagon“ an, zu der sich 2013 neun Künstlerinnen und Künstler aus dem Main-Taunus-Kreis zusammengeschlossen haben.

Atelier der Künstlerin in Eschborn

FREITAG, 27. MÄRZ, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Tonio Walter liest aus seiner Novelle „Am sechsten Tag“

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Foto: Schöffling & Co

Tonio Walter, geboren 1971 in Hamburg, Studium, Promotion und Habilitation in Aachen, Bonn, Freiburg und Paris, Professor für Strafrecht in Regensburg und Richter in Nürnberg, ist Autor rechtswissenschaftlicher und rechtspolitischer Publikationen. Etwas ungewöhnlicher ist es da schon, dass er auch eine hoch gelobte Kleine Stilkunde für Juristen und eine Kleine Rhethorik für Juristen veröffentlicht hat. Er hat also ein besonderes Faible für die (deutsche) Sprache. Kann es da noch überraschen, dass jetzt sein erstes belletristisches Werk erschienen ist? Die Novelle Am sechsten Tag ist die meisterhaft konstruierte Geschichte eines Verbrechens, in der sich außerordentliche geistige Fähigkeiten, Begierde und die Verschwörung zweier Frauen verhängnisvoll verbinden.

In einer Villa nahe Genua schwingen Lampen wie von unsichtbarer Hand berührt, Glühbirnen platzen und Steine fliegen durchs Fenster, obwohl draußen niemand zu sehen ist. Der Hausherr ruft Professor Wiesthal zu Hilfe, einen Experten für Parapsychologie. Dieser wird Zeuge der spukhaften Phänomene und trifft auf eine geheimnisvolle Familie. Bald tun sich steinerne wie menschliche Abgründe auf, in die der Professor mit kriminalistischem Spürsinn hinabsteigt …

Der Autor und sein Stoff versprechen eine wirklich spannende Lesung.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 13. MÄRZ, 20 UHR
Mitgliederversammlung 2015
Im Beiprogramm: Reinhold Schultheiß zeigt seine faszinierenden Fotografien isländischer Landschaften

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Foto: Reinhold Schultheiß

Der Vorstand berichtet über ein ereignisreiches Jahr, das sehr im Zeichen der Hofheimer Kommunalpolitik stand. Wichtige kulturelle Einrichtungen der Stadt waren und sind durch einschneidende Sparmaßnahmen gefährdet. Ohne Zweifel muss die Stadt sparen. Aber es ist unser Anliegen, dass sie es sachgerecht und sinnvoll tut. Wir freuen uns auf eine lebhafte Diskussion mit Ihnen.

Wenn die notwendigen Formalitäten abgehandelt sind, begleiten wir Reinhold Schultheiß, Mitglied unseres Arbeitskreises, auf seine jüngste Reise nach Island. Seine beeindruckenden, kunstvollen Fotografien zeigen die faszinierenden, von Gletschereis und Vulkanismus geprägten Landschaften der Insel am Polarkreis. Sie sind unbedingt sehenswert.

Stadtmuseum

FREITAG, 20. FEBRUAR, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
„Frag nicht lang“
Oliver Steller spricht und singt Christian Morgenstern

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Foto: Dieter Eikelpoth

Oliver Steller spricht und singt zum 100. Todestag von Christian Morgenstern: Gedichte, Briefe, Leben.

Oliver Steller ist ein Meister der Rezitation. Ohne Verkleidung, ohne Requisiten – der „Stellersche Aktionsradius beschränkt sich auf die Größe einer Fußmatte“. Seine Stimme ist sein Instrument – seine Gestik im wörtlichen Sinne die Verkörperung des Textes.

Im Kunstverein kennen wir ihn schon und wissen, dass wir manches nur durch ihn kennen gelernt haben, den unbekannten Lessing zum Beispiel. So wird es jetzt wieder sein. Jeder kennt „etwas“ von Morgenstern, aber fast jeder kennt ihn nur halb, nur die ironisch-witzigen Texte. Aber Morgensterns kleines großes Werk – er starb schon mit 42 Jahren zu Beginn des 1. Weltkrieges – reicht an die Größten seiner Zeit, Rilke oder Kafka, auch wenn er sich selbst nur „Gelegenheitsdichter“ nannte.

Stadtmuseum Hofheim

SONNTAG, 1. FEBRUAR, 17 UHR
„Forellenquintett“.
Kammermusik für Klavier und Streicher mit Prof. Matthias Fuchs, dem Andert-Quartett und Nicola von Goetze am Kontrabass

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Foto: Andert-Quartett

Der Hofheimer Pianist Prof. Matthias Fuchs spielt mit seinem Sohn David die Cellosonate e-Moll op. 38 von Johannes Brahms. Dann tritt Nicola von Goetze mit einem Solostück für Kontrabass auf: Variationen über das englische Volkslied „Greensleeves“. Es folgt mit dem noch sehr jungen, aber schon preisgekrönten Andert-Quartett das aufrüttelnde 8. Streichquartett von Dmitri Schostakowitsch. Nach der Pause erklingt eins der berühmtesten Klavierquintette der Musikliteratur, Franz Schuberts „Forellenquintett“ A-Dur op. 114 (D 667).

Das Andert-Quartett (David Marquard, Viola Hipler, Justus Schümmer und David Fuchs) hat ein Durchschnittsalter von nur 17 Jahren! Die vielversprechenden jungen Musiker, die alle von Professoren der Frankfurter Musikhochschule unterrichtet werden, sind Mitglieder des Hessischen Landesjugendorchesters, wo sie mittlerweile in führenden Positionen spielen und sich zum Quartett zusammengeschlossen haben. Nicola von Goetze spielte im Bundesjugendorchester und studiert inzwischen an der Frankfurter Musikhochschule.

Ein abwechslungsreicher, anspruchsvoller Kammermusikabend, wie er in Hofheim nur selten zu erleben ist. Reservieren Sie rechtzeitig Ihre Karten …

Stadthalle Hofheim

FREITAG, 16. JANUAR, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
„Fährmann, setz über“
Vortrag mit dem Übersetzer Michael Kegler

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Foto: Jörg Singer

Jede Sprache, gewachsen aus der Kultur eines Landes, ist ein Kontinent für sich, umgeben von tiefen trennenden Wassern. Ohne Fährmann, ohne Führung könnten wir diesen fremden Kontinent nicht betreten, nicht durchqueren.

Übersetzen ist eine sehr kreative Kunst, der Übersetzer „der Zwillingsbruder des Autors“. All die Anspielungen aus dem Kulturschatz eines anderen Volkes, all die Assoziationen, die in dieser Sprache ein Wort auslöst, das für uns ein ganz gewöhnliches Wort wäre.

Der Hofheimer Michael Kegler, den wir schon 2013 bei unserer Lesung zur Buchmesse als Übersetzer des brasilianischen Autors Luiz Ruffato kennenlernen konnten, ist in zwei Kontinenten zu Hause: im Deutschen und im Portugiesischen. Er übersetzt seit fast 30 Jahren aus dem brasilianischen und afrikanischen Portugiesisch. Er wird uns davon erzählen, welchen langen, komplexen Arbeitsprozess es bedeutet, uns ein Buch aus einem anderen Kontinent nahe zu bringen.

Stadtmuseum