Veranstaltungen 2016

Donnerstag, 8. Dezember, 20 Uhr
„Spiel der Sinne“
Oliver Steller spricht und singt Dichterinnen.
Mit Bernd Winterschladen (Saxophon)

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Gedichte von Frauen als „Frauenlyrik“ zu bezeichnen ist so sinnvoll wie alle anderen Gedichte als „Männerlyrik“. „Spiel der Sinne“ präsentiert ein lyrisch-musikalisches Miteinander, Nebeneinander und Gegeneinander von Gedichten großer Lyrikerinnen aus den letzten zweihundert Jahren. Ihre Themen sind so alt wie die Dichtung selbst: Liebe, Natur, Alter und Tod. Und das eigene Leben, Denken, Bewusstsein.

Oliver Steller, den wir ja in Hofheim schon erleben durften – und wie! – bedient sich am großen Schatz der deutschen Dichterinnen. Manche Gedichte sind zu Liedern geworden, andere werden rezitiert mit dieser unverwechselbaren, funkelnden Stimme von Oliver Steller, die seine Hörer beglückt und fesselt. Ein wenig Slam-Poetry ist auch dabei.

Wir hören Gedichte von Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko, Hilde Domin, Ingeborg Bachmann, Annette von Droste-Hülshoff, Eva Strittmatter und noch viele andere. Mit im Spiel ist der Saxophonist und Klarinettist Bernd Winterschladen, der das Blaue vom Himmel spielt.

Stadthalle Hofheim

Freitag, 25. November, 20 Uhr
FREITAGABEND IM MUSEUM
Wenn Kunst Kitsch Wird.
Vortrag mit Bildbeispielen von Prof. Dr. Otfried Schütz

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Am Kunstmarkt erzielen Arbeiten des Amerikaners Jeff Koons Rekordpreise. Aber sind seine riesig vergrößerten bunten Luftballons deshalb schon Kunst? Oder sind sie doch „nur“ Kitsch? Und wie ist das mit Friedensreich Hundertwassers ach so populären Spiralbildern?

Kitsch und Kunst gehören seit jeher zusammen – die Linie zieht sich von der Antike durch die ganze Kunstgeschichte und wird nicht erst seit unseren Zeitgenossen aktuell: Die Frage bleibt, wie die beiden voneinander geschieden werden könnten. Bei aller Subjektivität der Kriterien wird Professor Schütz dennoch versuchen, kunstwissenschaftliche Maßstäbe für eine Beurteilung, wo Kunst aufhört und Kitsch anfängt, zu riskieren. Ein Teil der Lösung liegt im Methodischen, der andere im Repertoire eines jeden Rezipienten verborgen.

Dr. Otfried Schütz, emeritierter Professor für Kunstpädagogik an der Goethe-Universität, ist Theoretiker, Lehrender und Maler in einer Person. Mit dem spannenden Thema seines Vortrags hat er sich mehrfach auseinandergesetzt. Professor Schütz wird es – wie schon so oft im Kunstverein – auch diesmal verstehen, das Publikum mit einem fundierten, lebhaften Vortrag zu begeistern.

Stadtmuseum Hofheim

Mittwoch, 9. November, 19.15 Uhr
Zum Gedenken an den 9. November 1938.
Lesung „Frankfurt verboten“ mit Dieter David Seuthe

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Nach der Gedenkfeier (18.00 Uhr) an der ehemaligen Synagoge (Tivertonplatz) laden der Kulturverein Hofheim und die Gesellschaft Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Main-Taunus-Kreis zur Lesung ein.

Dieter David Seuthe liest unter Mitwirkung der Main-Taunus-Schule aus seinem Buch „Frankfurt verboten“.

Es ist ein großer, bewegender historischer Stoff, ein noch nicht erzähltes Kapitel deutscher Geschichte.

Am berühmten Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt wird die junge Elise Hermann zur Pianistin ausgebildet. Ein wahr gewordener Lebenstraum für die Tochter jüdischer Eltern ohne Vermögen, denn ohne ein Stipendium wäre ihr diese Chance versagt geblieben. Ihre große Begabung verspricht eine glänzende Zukunft und im „arischen“ Jurastudenten Max von Hochem trifft sie die Liebe ihres Lebens. Ihre grundverschiedenen Hintergründe sind kein Hindernis für gemeinsamer Zukunftspläne.

Doch alles ändert sich, als Hitler an die Macht kommt. Elises Debüt-Konzert im März 1933 wird verboten, so wie öffentliche Auftritte jüdischer Künstler überhaupt in Deutschland untersagt werden. Elise muss um ihr berufliches und bald auch um ihr persönliches Überleben kämpfen.

Vor der Kulisse der historischen Mainmetropole erzählt „Frankfurt verboten“ vom glücklichen und leidvollen Weg einer jungen jüdischen Musikerin zwischen 1929 und 1936.

Zum Autor:
Dieter David Seuthe wurde 1951 im Sauerland geboren und ist heute neuseeländischer Staatsbürger. Nach dem Abitur studierte er in Marburg Psychologie, Französisch, Soziologie, Philosophie und Medizin. Eine Ausbildung als Psychotherapeut schloss sich an. Nach einem knappen Jahrzehnt in Neuseeland kehrte er mit seiner Familie 2002 nach Deutschland zurück und baute später in Göttingen eine Drogenklinik auf. Heute arbeitet er für eine Frankfurter Drogenklinik, schreibt als Autor und wohnt in Schwalbach am Taunus.

Stadtmuseum Hofheim

Samstag, 5. November, 17.30 Uhr
50 Jahre vereint für Kunst und Kultur:
Das Jubiläumsfest des Kunstvereines

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Die Idee hatte Hermann Haindl. Und er konnte andere an Kunst und Kultur Interessierte für diese Idee begeistern. Im November 1966 wurde der Kunstverein Hofheim gegründet. Es sollte kein Kunstverein im herkömmlichen Sinne werden, sondern ein Forum für die Künste, also nicht nur für die Bildende Kunst, sondern gleichermaßen für Musik und Literatur. Mit diesem ungewöhnlichen Konzept ist der Kunstverein nun 50 Jahre alt geworden: Hofheims führender Kulturverein, eine Institution im kulturellen Leben unserer Stadt. Das soll an diesem Abend gefeiert werden.

In ihrer Festansprache referiert Erika Haindl, Gründungsmitglied und Vorsitzende von 1969 bis 1986, über Idee und Beginn des Kunstvereins. Es wird ein spannender Blick zurück in eine andere Zeit, dem der amtierende Vorsitzende Gerhard Marquordt seine Sicht auf die heutigen Anforderungen und Aufgaben des Vereins gegenüberstellt: Über Kontinuität und Erneuerung. Aus Anlass des Jubiläums schenkt der Kunstverein seiner Stadt die beim Steinbildhauer-Symposium 2013 entstandene Skulptur „Die Erfindung des Rades“ von Ulrich Hochmann. Ein Buffet dient nicht nur der Stärkung, sondern auch dem Gedankenaustausch, bevor der Frankfurter Schauspieler und Theaterleiter Michael Quast mit seinem Partner Philipp Mosetter mit ihrer „kommentierten Darbietung“ von Goethes „Faust I“ auftreten. Ein grandioser, höchst vergnüglicher Abschluss.

Zum Jubiläum erscheint der fünfte Band der Dokumentation der Arbeit des Kunstvereins in den Jahren 2006 bis 2016.

Stadthalle Hofheim

Freitag, 21. Oktober, 20 Uhr
Lesung zur Buchmesse
„Dies sind die Namen“
Tommy Wieringa, einer der erfolgreichsten niederländischen Schriftsteller, liest aus seinem neuesten Buch

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© Viviane Sassen

Sie waren dreizehn, am Ende sind sie nur noch fünf. Eine Gruppe illegaler Migranten, von skrupellosen Schleppern östlich der Karpaten in der Steppe ausgesetzt. Was wird ihrem Leben jetzt die Richtung geben, welche Orientierung finden sie?

In der osteuropäischen Stadt Michailopol, wo nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Gesetzlosigkeit und Korruption herrschen, ist Pontus Beck Polizeikommissar. Job, Wohnung und regelmäßiger Sex sind ihm sicher, aber etwas Entscheidendes fehlt. Ein Lied aus der Kindheit bringt ihn auf die Spur. Was hat das Schicksal der Flüchtlinge mit dem des Polizisten in einer Zeit des Umbruchs zu tun? Wonach sind sie alle auf der Suche und was wäre es, das zu finden sich lohnt?

In diesem Roman, für den er den Libris-Preis erhielt und der ein internationaler Erfolg wurde, erzählt Tommy Wieringa von einem beispielhaften Flüchtlingsdrama und von dem Polizisten Pontus Beck, einem Mann auf der Suche nach sich selbst.

Tommy Wieringa, 1967 geboren, ist einer der erfolgreichsten niederländischen Schriftsteller. Er schreibt Romane, Erzählungen und Reisereportagen. Bei Hanser erschienen die Romane Joe Speedboat (Keine Zeit für Helden, 2006), Der verlorene Sohn (2010) und Eine schöne junge Frau (2015). Tommy Wieringa lebt in der Nähe von Amsterdam.

Stadtmuseum Hofheim

Dienstag, 11. Oktober, 20 Uhr
Zur Meidner-Ausstellung im Stadtmuseum
Zinnobernächte und ultramarinblaue Tage.
Eine multimediale Hommage an Ludwig Meidner –
inszeniert von Stèphane Bittoun

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Anlässlich des fünfzigsten Todestags von Ludwig Meidner zeigt das Stadtmuseum Hofheim vom 28. August bis 13. November 2016 die Ausstellung „Jugend und Alter“ mit den eindrucksvollen Portraits, die der Maler in seiner Marxheimer Zeit (1955 -1963) schuf. Es ist die zweite von fünf Meidner-Ausstellungen in Frankfurt, Hofheim und Darmstadt, die nacheinander bis in das Frühjahr 2017 stattfinden.

Der Frankfurter Regisseur Stéphane Bittoun hat auf Einladung der Ludwig Meidner Gesellschaft eine spannende multimediale Hommage an den großen Künstler geschaffen, die, ebenso unterhaltsam wie informativ, an diesem Abend auch in Hofheim zu erleben ist. Es ist eine Spurensuche mit Texten, Bildern und Weggefährten – zwischen szenischer Lesung und filmischer Dokumentation.

Stéphane Bittoun, den wir im Kunstverein schon zweimal als hervorragenden Rezitator kennenlernen konnten, arbeitet als Regisseur, Autor und Schauspieler. Er ist regelmäßig als Synchronsprecher, in TV-Dokumentationen, Hörbüchern und auf Lesungen zu hören. 2012 ist Bittoun mit seinen Medien übergreifenden Inszenierungen zwischen Theater, Hörspiel und Film für den renommierten George-Tabori-Preis nominiert worden.

Diese außergewöhnliche Hommage, die durch die Ludwig Meidner Gesellschaft, das Stadtmuseum und den Kunstverein ermöglicht wird, dürfen Sie nicht verpassen!

Stadthalle Hofheim, Malersaal

Sonntag, 25. September, 17 Uhr
Kammermusik im Kunstverein
Matthias Fuchs, Klavier, und das Junge Andert-Streichquartett

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Ein Wiedersehen gibt es in diesem September mit dem in Hofheim gut bekannten Pianisten Matthias Fuchs und dem jungen Andert-Quartett, das schon im vergangenen Jahr mit seiner Präsenz und Hingabe beeindruckte. Auf dem Programm stehen zwei Meisterwerke der Kammermusik, nämlich das 1940 in Moskau uraufgeführte und mit dem Stalin-Preis ausgezeichnete Quintett für Klavier und Streichquartett g-moll op. 57 von Dimitri Schostakowitsch und das allseits bekannte und beliebte Klavierquintett von Robert Schumann in Es-Dur op. 144.

Der Hofheimer Pianist Matthias Fuchs konzertierte in vielen Ländern Europas, in den USA, in Japan, Thailand und Israel und ist Professor an der Musikhochschule Mainz. CD-Veröffentlichungen umfassen Werke von Bach, Beethoven, Chopin und R.R Klein.

Das mit einem Durchschnittsalter von 17 Jahren erstaunlich junge Andert-Quartett besteht aus vielversprechenden Musikern (David Marquard, Fanny Schell, Justus Schümmer und David Fuchs), die alle von Professoren der Frankfurter Musikhochschule unterrichtet werden und Mitglieder des Hessischen Landesjugendorchesters sind, wo sie mittlerweile in führenden Positionen spielen und sich zum Quartett zusammengeschlossen haben.

Stadthalle Hofheim, Malersaal

FREITAG, 2. SEPTEMBER, 18 UHR
MUSIK VERBINDET.
AEHAM AHMED, DER PIANIST AUS SYRIEN BEIM BEGEGNUNGSFEST FÜR UND MIT DIE IM MAIN-TAUNUS-KREIS LEBENDEN FLÜCHTLINGEN

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Aeham Ahmed und Bergo Ibrahim © Jörg Ulrich Herrmann

Am Anfang war die Idee, den syrisch-palästinensischen Pianisten Aeham Ahmad, der 2015 nach Deutschland floh und heute als anerkannter Asylbewerber in Wiesbaden lebt, zu einem Konzert einzuladen. Aeham Ahmed wurde bekannt durch seinen Einsatz für die Kinder in dem syrischen Palästinenserlager Jarmuk, heute ein Stadtteil von Damaskus, der immer wieder zwischen die Fronten geriet und in weiten Teilen zerstört wurde. Mit einem auf Rollen montierten Klavier spielte er – am Ende unter Lebensgefahr – in den Straßen Jarmuks und versammelte vor allem die Kinder zu gemeinsamem Musizieren und Singen, um ihnen trotz der katastrophalen Umstände Hoffnung und Freude zu schenken.

Aus dieser Idee ist ein musikalisches Begegnungsfest für Jung und Alt geworden, das wir mit vielen in der Flüchtlingshilfe Aktiven gestalten. Aeham Ahmad und sein aus Ägypten stammender Konzertpartner Bergo Ibrahim stehen weiter im Mittelpunkt. Aber es gibt noch mehr, vor allem jugendliche Mitwirkende: Die international besetzte Hip-Hop-Gruppe der Tanzschule Taeschner, die die Besucher mit einer fulminanten Darbietung in Schwung bringt, und die „Orientalband“ der Musikschule Hofheim, in der sich junge Flüchtlinge zu gemeinsamem Musizieren zusammengefunden haben. Nach einer Pause, die dem gegenseitigen Kennenlernen dient, folgt das Konzert mit Aeham Ahmad.

Wichtig ist uns: An allen Teilen des Programms soll das Publikum – wie auf den Straßen Jarmuks – aktiv mitwirken.

Stadthalle Hofheim, Großer Saal

DIENSTAG, 26. UND MITTWOCH, 27. JULI
GROSSE KUNST ABSEITS DER GROSSEN STRASSEN
KUNSTREISE 2016
KUNST, THEATER, ARCHITEKTUR UND MUSIK IN SCHWÄBISCH HALL UND MAULBRONN

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Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall

Im Jubiläumsjahr des Kunstvereins kehren wir an einen Ort zurück, der uns schon einmal begeisterte: Die architektonisch hervorragende, wegen vieler richtungweisender Ausstellungen berühmte Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. In diesem Jahr ist dort eine hochinteressante Werkschau zu sehen, die Wilhelm Busch nicht nur als den berühmten Humoristen, Zeichner und Verseschmied zeigt, sondern auch mit seinem weniger bekannten malerischen Werk bekannt macht. Ein Erlebnis sind immer wieder die Freilichtaufführungen auf der großen Treppe vor St. Michael. Für uns werden in diesem Jahr Schillers Die Räuber gegeben.

Der zweite Tag der Reise führt uns nach Maulbronn. Mit der Zisterzienserabtei, die heute Weltkulturerbe ist, besichtigen wir eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen nördlich der Alpen, erleben die Sonderführung Vom Leben der Zisterzienser und hören zum Abschluss ein kleines exklusives Orgelkonzert mit der Kirchenmusikdirektorin Erika Budday.

MITTWOCH, 13. JULI, 19.30 UHR
DAS CABINET DES DR. CALIGARI.
STUMMFILM VON 1920
MIT DER MUSIK DER ENSEMBLE MODERN-MITGLIEDER UWE DIERKSEN UND HERMANN KRETZSCHMAR

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Cover der DVD-Fassung. © Murnau-Stiftung

Es ist nicht leicht zu entscheiden, was an diesem Abend im Vordergrund steht: Der spannende Filmklassiker, der ein Welterfolg wurde, oder die neue live gespielte Musik des Posaunisten Uwe Dierksen und des Pianisten Hermann Kretzschmar. Sicher ist: Es erwartet Sie ein ganz einzigartiges, überaus spannendes filmisch-musikalisches Ereignis.

Der Meilenstein der Filmgeschichte wurde nicht nur durch seinen Inhalt, sondern auch durch seine im Stil des Expressionismus gemalten und gebauten, grotesk verzerrten Kulissen berühmt. Erzählt wird die Geschichte des wahnsinnigen Dr.Caligari, der mit Hilfe eines Somnambulen (Schlafwandler) namens Cesare eine kleine Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Die Murnau-Stiftung in Wiesbaden hat den Film mit enormem Aufwand und großartigem Erfolg digital restauriert. In dieser Fassung, die 2014 auf der Berlinale Weltpremiere hatte, läuft er bei uns.

So eindrucksvoll die Bilder auch sind, ein hinreissendes Erlebnis wird der Film erst mit der fantastischen Musik, die Uwe Dierksen und Hermann Kretzschmar dazu geschrieben haben und selbst spielen. Mit starker elektronischer Verfremdung erreichen sie Effekte, die die Spannung des Films dramatisch steigern. MOVIES

CINEPARK HOFHEIM

SONNTAG, 3. JULI, 17 UHR
KAMMERMUSIK IM KUNSTVEREIN
DAS WEBERN TRIO FRANKFURT SPIELT WERKE VON BEETHOVEN, GIDEON KLEIN UND MOZART

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v.l.n.r. Diek Niewöhner, Akemi Mercer-Niewöhner, Ulrich Horn

Mit dem Webern Trio Frankfurt kommt ein weiteres Mal ein hervorragendes Kammermusikensemble zu uns nach Hofheim. Akemi Mercer-Niewöhner, Violine, Dirk Niewöhner, Viola, und Ulrich Horn, Violoncello, widmen sich seit 2013 gemeinsam dem Repertoire für die ausgefallene Besetzung Streichtrio. Durch die Einzelbesetzung jedes Streichinstruments entsteht eine herausfordernde Mischung aus solistischem und kammermusikalischem Spiel.

Die vielfach ausgezeichneten Musiker sind Mitglieder des hr-Sinfonieorchesters. Mit Anton Webern (1883 – 1945) wählte das Ensemble einen der wichtigsten Vertreter der Zweiten Wiener Schule als Namenspatron.

Im Mittelpunkt des Programms steht das Streichtrio von Gideon Klein, das der tschechisch-jüdische Komponist 1944 im KZ Theresienstadt schrieb. Neun Tage nach seiner Vollendung kam Klein unter ungeklärten Umständen ums Leben. Umrahmt wird dieses Werk von dem herrlichen frühen Trio op. 9/3 von Ludwig van Beethoven und dem bekannten, technisch sehr anspruchsvollen Divertimento Es-Dur KV 563 von Wolfgang Amadeus Mozart.

STADTHALLE HOFHEIM, Malersaal

DONNERSTAG, 23. JUNI, 20 UHR
Lyrische Momente.
Silke Scheuermann stellt ihren Essayband „Und ich fragte den Vogel“ vor

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Foto: © Kirsten Bucher

„Ohne dass der Autor es überhaupt weiß, beginnt ein Gedicht oft Jahre zuvor zu entstehen. Denn jeder Dichter fängt als Leser an.“

Silke Scheuermann spricht über sich als Leserin und nimmt uns in ihren Betrachtungen über den kreativen Prozess des Schreibens auf eine sehr subjektive Lesereise mit. Dabei lenkt sie unseren Blick lustvoll und feinsinnig auf literarische Besonderheiten, poetische Artefakte.

Die Texte stammen aus ihren Poetikvorlesungen und den Beiträgen zu der von Marcel Reich-Ranicki begründeten Frankfurter Anthologie.

Silke Scheuermann ist für das Hofheimer Publikum keine Unbekannte. 2008 war sie bereits Gast im Kunstverein Hofheim.

Geboren 1973 in Karlsruhe, lebt sie bei Frankfurt am Main. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Romane erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, unter anderem das Stipendium der Villa Massimo in Rom (2009) sowie den Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover (2014). Im Wintersemester 2012/13 hatte sie die Poetikdozentur in Wiesbaden inne. Zuletzt wurde sie mit dem Bertolt-Brecht-Preis 2016 ausgezeichnet.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 27. MAI, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Kammermusik im Kunstverein.
Clara Andrada de la Calle, Flöte
Anne Sophie Bertrand, Harfe

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Es ist uns eine große Freude, dass die beiden herausragenden Instrumentalistinnen unserer Einladung zu diesem wunderbaren Kammermusikabend gefolgt sind: Clara Andrada de la Calle und Anne Sophie Bertrand. Viele von Ihnen werden sie kennen – als Soloflötistin und als Soloharfenistin des hr-Sinfonieorchesters. Als Solistinnen treten sie mit vielen anderen Spitzenorchestern auf. Mit besonderer Liebe widmen sich die Spanierin und die Französin aber auch der Kammermusik und entfalten hierbei ebenfalls eine rege internationale Konzerttätigkeit.

Auf dem Programm, das die Künstlerinnen für den Abend ausgesucht haben, stehen Werke von Louis Spohr, Claude Debussy, Gabriel Fauré, Georges Bizet, Maurice Ravel, André Caplet, Jacques Ibert und Jean Françaix. Anklänge an ihre Heimatländer sind sicher nicht zufällig. Vor allem aber lassen die Werke, ob solo oder im Duett gespielt, das virtuose Können der Musikerinnen genauso erleben wie den speziellen Zusammenklang ihrer Instrumente.

Stadtmuseum Hofheim

DONNERSTAG, 12. MAI, 20 UHR
Auf der Suche nach Heimat
Der Autor Feridun Zaimoğlu liest aus seinem Roman „Siebentürmeviertel“

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Foto: © Melanie Grande

Im Rahmen des Programmschwerpunktes „Migration“, in dem der Kunstverein Hofheim den Autor Saša Stanišić zu einer Lesung, Prof. Krell zu einem Vortrag und Răzvan Georgescu mit seinem Film „Ein Pass für Deutschland“ eingeladen hat, stellt Feridun Zaimoğlu an diesem Abend sein sprachgewaltiges Epos vor.

Migration, Heimat, kulturelle Vielfalt, archaische Strukturen – all das sind Themen und Motive, die der Autor mit viel Fabulierlust in dem Lebenslauf des deutschen Jungen namens Wolf versammelt und zu einer packenden Geschichte verbindet.

„Nach 45 Jahren in Deutschland kann ich auf meine Biografie hinweisen und sagen, ich bin ein herkunftsfremder Deutscher und Deutschland ist mein Land. Ich habe mir überlegt, wie wäre es, wenn man das Ganze umdreht und ein deutscher Junge dort in der Türkei, in diesem Fall in Istanbul, aufwächst“, so Feridun Zaimoğlu in NDR-Kultur.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 15. APRIL, 9 UHR
KUNSTFAHRT
Glasmalerei von Johannes Schreiter
Ein Blick hinter die Kulissen internationaler Glaskunst

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Foto: Studio W. Peters

Wir besuchen das Glasstudio Derix in Taunusstein, begegnen dem Maler, Grafiker und Glasbildner Prof. Johannes Schreiter und erleben eine Führung im dem Künstler gewidmeten Glasmuseum Langen.

Der neben Georg Meistermann wohl bedeutendste zeitgenössische Glasbildner von internationalem Rang, Johannes Schreiter (geb. 1930), lebt seit vielen Jahren in Langen/Hessen. 1963 erhielt er eine Professur für Malerei und Grafik an der Städelschule in Frankfurt. Seine Glasfenster und -bilder für öffentliche Gebäude, Kirchen, Synagogen und Kulturstätten haben international Beachtung und Anerkennung gefunden. Bei der Verglasung großer Fensterflächen (z.B. Ulmer Münster, Mainzer Dom, Mariendom in Augsburg) geht es ihm weniger um das Glas als Material, sondern mehr um die immaterielle Qualität des Lichts: „Die Herausforderung des Mediums Glas besteht für mich darin, hier mit einem Material arbeiten zu können, das eben nicht mehr als Materie in Erscheinung treten muss. Ergo bin ich mit der Hervorbringung von Lichtgestalten befasst: Mein Stoff ist sozusagen die Stofflosigkeit.“

Prof. Johannes Schreiter arbeitet noch heute im Glasstudio Derix, wo uns der Herstellungsprozess erläutert wird. Er steht uns hier zu einem Gespräch zur Verfügung. In seinem Wohnort Langen wurde ein Museum mit einer Auswahl seiner Glasbilder eingerichtet. Dort wird uns der Museumsleiter Gunther Sehring, selbst Künstler und mit der Arbeit von Prof. Schreiter bestens vertraut, durch sein Haus führen.

FREITAG, 8. APRIL, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
„Kunst – ein Weckruf!“
Vortrag von Marian Stein-Steinfeld zur Ausstellung „Befreite Moderne“

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Foto: Tanja Murczak | Karl Hofer, Zwei Mädchen

In ihrem Vortrag erinnert die Kunsthistorikerin Marian Stein-Steinfeld, Enkelin von Hanna Bekker vom Rath, an Künstler und Publikum im Blauen Haus und im Frank-furter Kunstkabinett. Es ist ein Blick zurück auf die ersten Nachkriegsjahre.

Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus konnte Hanna Bekker vom Rath sich auch in Hofheim wieder aus der erzwungenen Deckung hervorwagen. Ihre zahlreichen Gäste aus Kunst, Musik und Literatur mussten nicht mehr heimlich durch die Hintertür in das „Blaue Haus“ schleichen. Hier und in ihrem im Mai 1947 gegründeten Frankfurter Kunstkabinett bot Hanna Bekker vom Rath den einst Verfemten und der nachfolgenden Künstlergeneration ein Forum des Austauschs mit dem interessierten und kulturhungrigen Publikum. Bei allem materiellen Mangel suchten viele der Überlebenden neben Trost und Erbauung nach Erklärungen für das Geschehene. Die unterschiedlichen Ansätze der Künstler konnten keine einfachen Antworten bieten, aber zur Auseinandersetzung auffordern – insofern war und bleibt Kunst ein Weckruf.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Hofheim. Die Ausstellung „Befreite Moderne“ ist an diesem Abend geöffnet.

Stadtmuseum Hofheim

DONNERSTAG, 17. MÄRZ, 18 UHR
ZU GAST BEI KÜNSTLERN AUS DEM MAIN-TAUNUS-KREIS
Die Keramikerin Christa Steinmetz
„Ton ist für mich ein faszinierendes Material“

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Die Themen von Christa Steinmetz drehen sich hauptsächlich um Haus und Boot, die in der Menschheitsgeschichte einen zentralen Platz einnehmen. Erweitert durch Architektur und Konstruktion zeigen ihre Arbeiten deren formale Vielfalt. Inhaltlich stehen die Werke für die ständige Ambivalenz zwischen Sicherheit und Abenteuer, Geborgenheit und Freiheit, Bleiben und Weggehen. Seit neun Jahren erschließt sie sich auch neue Techniken: Foto und Papier, Frottagen, Schichtungen, experimentelle Drucktechniken, Wachs und Farbe.

Seit den 80er Jahren hat sich Christa Steinmetz bei internationalen Künstlern mit der keramischen Plastik auseinandergesetzt und wurde zu mehreren internationalen Keramiksymposien nach Lettland eingeladen. Lehrgänge besuchte sie in den Akademien Wolfenbüttel, Bad Reichenhall und Augsburg. Sie ist Mitglied beim BBK Frankfurt, bei Artlantis in Bad Homburg und im Künstlerkreis Kelkheim. Ihre Arbeiten waren und sind in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.

Atelier der Künstlerin in Kelkheim

FREITAG, 11. MÄRZ, 20 UHR
Mitgliederversammlung
Und ein kleines Konzert mit Vitali Tsemka, Flöte und Fritz Walther, Klavier

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Foto: hr/Anna Meuer/Tim Wegner

Es ist das Jahr unseres großen Jubiläums. Wir laden ein zur 50. Jahresmitgliederversammlung. Der Vorstand wird über ein erfolgreiches Jahr 2015 berichten und einen Ausblick auf die für dieses Jahr geplanten Aktivitäten geben.

Auf die Formalitäten folgt auch in diesem Jahr ein künstlerischer Beitrag. Diesmal ist es ein kleines Konzert mit dem russischen Flötisten Vitali Tsemka und dem langjährigen Pianisten des hr-Sinfonieorchesters Fritz Walther. Auf dem attraktiven Programm stehen Werke von Haydn, Poulenc und Fauré.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 26. FEBRUAR, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Ein Wiedersehen mit … dem trio esprit rude.
Kammerkonzert mit Werken aus Romantik, Impressionismus und Moderne

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Schönheit der Natur und tiefes Liebesleid, unkomplizierte gemeinsame Lebensfreude und Erfahrungen von Trennung und Konflikt: vielfach stehen diese Themen im Mittelpunkt lyrischer Dichtung und die Musik bringt auf ihre Weise die Spannung zwischen diesen Polen menschlicher Erfahrung zum Ausdruck. So auch im neuen Programm des trio esprit rude, dessen Auswahl von Kompositionen des 19., 20. und 21. Jahrhunderts den Bogen von der Romantik über den Impressionismus zur Moderne spannt.

Franz Schuberts Hirt auf dem Felsen für Singstimme, Klarinette und Klavier vermittelt uns besonders eindrücklich den Übergang von tiefer Traurigkeit zu überschwänglicher Lebensfreude. Die Kompositionen von Maurice Ravel, Camille Saint-Saëns und Maurice Emmanuel umrahmen mit ihren farbigen Klängen die Vertonung der tragischen Gedichte der Karoline von Günderrode. Wolfgang Rihm, einer der bekanntesten Komponisten der Gegenwart, hat sie in seiner ganz besonderen Tonsprache im Liederzyklus Das Rot zum Leben erweckt. In den Gedichten der Emily Dickinson, die Allan Blank für Sopran, Flöte und Klarinette komponiert hat, ist die Natur der Spiegel menschlicher Seele. Es ertönen weitere Kompositionen, die die MusikerInnen des trio esprit rude in verschiedener Besetzung (Trio, Duo, Solo) darbieten.

WEGEN KRANKHEIT ABGESAGT

FREITAG, 12. FEBRUAR, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Reihe „Hofheimer Köpfe“
Vortrag von Prof. Dr. Gert Krell: “Schaffen wir das oder schafft Deutschland sich ab?“

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Seit mehreren Monaten artikulieren nicht nur die alten Neo-Nazis, sondern auch ein neuer populistischer Bürgerprotest Ängste. Eine dazu passende neue Partei schürt teilweise sehr aggressiv Befürchtungen vor einem vermeintlichen Untergang des Abendlandes durch Globalisierung und Flüchtlinge. Auch viele gemäßigte und politisch reflektierte Zeitgenossen fragen sich besorgt, ob die Bundeskanzlerin recht behält, wenn sie meint: „Wir schaffen das“.

Nun hatte der SPD-Politiker Thilo Sarrazin schon 2010 in einem Bestseller die These vertreten, Deutschland sei dabei, sich abzuschaffen – und zwar durch gravierende Fehler in der Bevölkerungs-, der Einwanderungs-, der Bildungs- und der Sozialpolitik. In einem Rückblick auf diese Debatte wird der Referent prüfen, was von Sarrazins Thesen zu halten bzw. was davon geblieben ist, und eine eigene aktuelle Einschätzung der deutschen Zustände geben.

Dr. Gert Krell wohnt in Hofheim und ist emeritierter Professor für Internationale Beziehungen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Stadtmuseum Hofheim

MITTWOCH, 27. JANUAR, 19.30 UHR
Ein Wiedersehen mit … Răzvan Georgescu.
Der Hofheimer Regisseur zeigt seinen preisgekrönten Film „Ein Pass für Deutschland“

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Der inzwischen international mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm des Hofheimer Regisseurs Razvan Georgescu erzählt facettenreich und einfühlsam von der Freikauf-Praxis in den Jahren 1969 bis 1989, in denen die Bundesrepublik 3 Milliarden DM an Rumänien zahlte, damit 245.000 Rumäniendeutsche aus der damals sozialistischen Republik ausreisen konnten. Die 850 Jahre alte deutsche Kultur verschwand dadurch fast vollständig.

Der Film, der endlich in voller Länge gezeigt werden kann, leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der neueren rumänischen Geschichte. Beteiligte wie die ehemaligen Außenminister Genscher und Kinkel und Betroffene wie der Schriftsteller Johann Lippet äußern sich zu einer Aktion, die sich auf einem sehr schmalen Grat zwischen humanitärer Hilfe und Menschenhandel bewegt.

Wir freuen uns, dass neben dem Regisseur auch der damalige Chefunterhändler der Bundesrepublik, der Rechtsanwalt Dr. Heinz Günther Hüsch, an diesem Abend für ein anschließendes Publikumsgespräch zur Verfügung steht.

Cinepark Hofheim

FREITAG, 15. JANUAR, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Autorenlesung
Saša Stanišić stellt seinen hoch gelobten Roman „Vor dem Fest“ vor

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Es ist die Nacht vor dem Annenfest im uckermärkischen Fürstenfelde. Ein fiktives Dorf, ein sehr realistisches Dorf, ein Dorf, das es überall gibt, dort, bei uns, auf dem Balkan. Von dort kam der Autor, der erst mit 14 Jahren das Instrument erwarb, mit dem er uns jetzt höchste Kunst präsentiert: die deutsche Sprache. In dieser Nacht in Fürstenfelde fehlt der Fährmann, er ist tot. Die Glocken läuten nicht – sie sind fort. Den Einbruch ins „Haus der Heimat“ hat niemand gesehen. Doch nicht, was gestohlen wurde, treibt die Schlaflosen um, sondern das, was noch da ist.

Die Nacht als Mosaik des Dorflebens, mit sehr Alteingesessenen und sehr neu Zugezogenen. Heimatlich – heimlich – unheimlich. Eine Idylle mit einem Bruch in der Geschichte, mit langen morastigen wilden Jahrhunderten Geschichte davor und einer ungewissen Zukunft. Vier Kinder leben noch im Dorf.

Saša Stanišić, 1978 in Bosnien geboren, kam 1992 nach Deutschland. Er wurde mit höchsten Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014.

Stadtmuseum Hofheim