Veranstaltungen 2017

FREITAG, 1. DEZEMBER, 20 UHR
KAMMERMUSIK IM KUNSTVEREIN
Michael Höfele (Englischhorn) und Fritz Walther (Piano)

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Die langjährigen HR-Sinfoniker Michael Höfele (links) und Fritz Walther.

Wissen Sie eigentlich, was ein Englischhorn ist? In Wirklichkeit ist das eine tiefere Oboe.“ Erklärungen dieser Art rund um das sehr schwer zu spielende Holzblasinstrument lässt Michael Höfele während des Konzertabends immer wieder einfließen. Und keiner könnte dies besser und kompetenter. Denn Höfele ist seit über 17 Jahren Oboist im HRRadio-Sinfonieorchester und tritt fast ebenso lange schon jährlich bei den Bayreuther Festspielen als Solo-Englischhornist auf. Er spielt sogar noch die sehr seltene Bassoboe.

Den Kammermusikabend bestreitet Höfele gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten im Sinfonieorchester, dem Pianisten Fritz Walther. Gemeinsam spielen sie Werke von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert und Richard Wagner. Fritz Walther wird zudem das bekannte Adagietto aus der 5. Sinfonie von Gustav Mahler in einer Klavierfassung vortragen.

STADTMUSEUM

DONNERSTAG, 16. NOVEMBER, 19 UHR
WAS ERWARTEN SIE VOM KUNSTVEREIN?
ZUKUNFTSWERKSTATT MIT MITGLIEDERN UND FREUNDEN
LEITUNG: BIRGIT MÜLLER-MUTH

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Im kommenden Jahr steht die Neuwahl unseres Vorsitzenden an. Im Vorstand und im Arbeitskreis gab es einige Wechsel. Diese Entwicklung wollen wir zum Anlass nehmen, uns gemeinsam darüber zu verständigen, wie sich der Kunstverein Hofheim zukünftig ausrichten möchte.

Welche Vorstellungen gibt es zum Programm? Was wollen wir bewahren, was ändern? Welche Veranstaltungsformate sind denkbar? Welche Kooperationen streben wir an? Wie kann ein Generationswechsel eingeleitet werden?

Wir laden alle Mitglieder des Kunstvereins und alle an einer Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Interessierten ein, sich an diesem Abend mit eigenen Ideen und Vorstellungen einzubringen und mit anderen Teilnehmenden über die künftige (Zusammen-)Arbeit des Kunstvereins zu fantasieren. Lassen Sie uns neue Spielräume denken.

Stadtmuseum

DONNERSTAG, 9. NOVEMBER, 19.15 UHR
GEDENKTAG DER REICHSPOGROMNACHT 1938
Jüdisches Leben im Frankfurt der 1950er Jahre
Michel Bergmann liest aus seinem Roman „Machloikes“

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© Heike Bogenberger

Frankfurter Juden, einige haben den Holocaust überlebt. Sie werden aber keineswegs freudig begrüßt von ihren ehemaligen Nachbarn oder Verfolgern. Als Handelsvertreter, Teilacher, schlagen sich einige durchs Nachkriegsleben. Sie sind zurückgekommen, nicht unbedingt, um zu bleiben, aber für manche ergibt es sich einfach so. Von ihnen erzählte Michel Bergmann bereits in seinem ersten Roman „Die Teilacher“, aus dem Bergmann schon 2010 im Kunstverein gelesen hat. Ein Lesegenuß trotz des höchst ambivalenten Inhalts.‘“Machloikes“ – Ärger, Probleme, trouble – ist der zweite Teil der Trilogie. Die Teilacher, erfahrene Menschenkenner und sympathische Melancholiker, können zwar in zehn verschiedenen Sprachen schlagfertig antworten und Witze machen, doch gleich darunter verbirgt sich das Grauen ihrer Erinnerung. Aber man will sich auch nicht aufgeben. Wofür hat man überlebt?

Bergmann erzählt von bewegenden Momenten mit einer fürsorglichen Nonchalance, die jedem Pathos entgegenwirkt. Wir lernen schon junge Vertreter der nächsten Generation kennen, die die gleichen Machloikes haben wie andere Überlebende. Davids Söhne suchen wie alle anderen einen Neuanfang. Waren sie und ihre Eltern auch dem Massengrab entkommen, so leben sie doch im ständigen Bewusstsein des Massengrabes, in dem alle übrigen ihrer Verwandten liegen.

Michel Bergmann, 1945 als Kind jüdischer Eltern in einem Schweizer Internierungslager geboren, zog nach Stationen in Paris nach Frankfurt. Der Stadt und dem jüdischen Leben der fünfziger Jahre hat er mit „Machloikes“ ein Denkmal gesetzt.

Die Lesung ist eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Stadtmuseum

FREITAG, 27. OKTOBER, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Otto Pankok
Verfolgter Maler – Maler der Verfolgten
Bildvortrag von Jürgen Vits

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Otto Pankok, Selbstbildnis, Holzschnitt 1948, © Pankok-Stiftung

Otto Pankoks (1893 bis 1966) Künstlerleben war über weite Strecken durch Kriege und Verfolgung geprägt. Mit seinem eindringlichen Passionszyklus geriet er schon früh in das Visier der Nationalsozialisten. Mehr als fünfzig seiner Arbeiten wurden im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ aus öffentlichen Sammlungen entfernt und vernichtet. Ungeachtet des verhängten Berufs- und Ausstellungsverbots setzte Otto Pankok sein widerständiges Kunstschaffen im Verborgenen fort. Große Beachtung finden noch heute vor allem seine Menschenbilder, die überwiegend Benachteiligte und Verfolgte darstellen, darunter zahlreiche Porträts von Sinti-Kindern sowie Werke zum jüdischen Verfolgungsschicksal. Es ist nicht zuletzt die von christlicher Humanität und Respekt geprägte Haltung des Künstlers, die den einzigartigen Rang und die hohe Aktualität seines Kunstschaffens ausmacht.

Anhand von Werkbeispielen sowie schriftlichen Zeugnissen werden im Bildvortrag neben den wesentlichen Bildthemen und Lebensstationen des Künstlers auch sein Menschenbild und Kunstideal beleuchtet. Ferner wird auch auf die Verbindung zwischen Otto Pankok und Ludwig Meidner eingegangen, die sich aus bisher unveröffentlichten Briefen ergeben hat.

Der Referent Jürgen Vits gehört dem Beirat der Pankok-Stiftung an. Den Abend veranstalten wir gemeinsam mit der Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit, der Pankok-Stiftung und der Vereinigung Gegen Vergessen – für Demokratie e.V.

Stadtmuseum

FREITAG, 13. OKTOBER, 20 UHR
LESUNG ZUR BUCHMESSE
Die deutsch-französische Autorin Anne Weber liest aus ihrem Roman “Kirio“

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© Foto: Hermance Triay

Kirio ist ein seltsamer Geselle. Sein Leben durchschreitet er mitunter auf den Händen balancierend, seine Gesprächspartner sind gerne Fledermäuse und Steine. Wem er begegnet, der ändert für Augenblicke seine Perspektive auf das Leben, fühlt sich inspiriert. Der allwissende Erzähler wiederum, der von Kirio berichtet, nimmt seine eigene Rolle sehr ernst. Er hinterfragt sich beständig und lässt den Leser nicht in seiner komfortablen Konsumentenhaltung verharren. So entsteht ein unterhaltsamer Reigen aus Erzähler und Erzähltem, Gelesenem und Gedachten.

Anne Weber, geboren 1964 in Offenbach, lebt als Autorin und Übersetzerin in Paris. Ihre Bücher schreibt Anne Weber auf Deutsch und Französisch. Sie übersetzt ins Deutsche (u.a. Pierre Michon, Georges Perros und Marguerite Duras) und ins Französische (u.a. Wilhelm Genazino, Sibylle Lewitscharoff). Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Heimito-von-Doderer-Preis, dem 3sat-Preis und dem Kranichsteiner Literaturpreis. „Kirio“ war im Frühjahr nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse.

Die Lesung ist in diesem Jahr eine gemeinsame Veranstaltung des Kunstvereins, der Stadtbücherei Hofheim und – aus Anlass der 50-jährigen Partnerschaft mit Chinon – des Förderkreis Hofheimer Städtepartnerschaften.

Gemeindesaal St. Peter und Paul

FREITAG, 8. SEPTEMBER, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Kammermusik im Kunstverein.
Laura Ochmann (Violine) und Georgi Mundrov (Klavier) spielen Vivaldi, Beethoven, Nathan Milstein und Edvard Elgar

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Ein bemerkenswerter Stern am Violinenhimmel ist ohne Zweifel die gerade 15-jährige Laura Ochmann aus Waldems. Bereits an ihrem 8. Geburtstag debütierte sie als Solistin mit den Frankfurter Sinfonikern unter der Leitung von Prof. Hans-Friedrich Härle. Mit der Thüringer Philharmonie trat sie 2015 im Kloster Eberbach sowie 2016 in der Alten Oper Frankfurt auf.

Laura Ochmann besucht das Gymnasium in Idstein. seit 2010 fährt sie aber wöchentlich als Jungstudentin an die Musikhochschule Köln. Dort gibt es seit 2005 einen Extrastudiengang für hochbegabte Geiger und Geigerinnen aus ganz Europa – geleitet von Frau Prof. Ute Hasenauer. Das Fach Klavier hat sie als Nebenfach bereits abgeschlossen. Von „Jugend musiziert“ angefangen hat Laura schon viele nationale und internationale Preise gewonnen, bereits 2011 den „Max-Bruch-Musikwettbewerb“ für Kinder und Jugendliche. 2015 erhielt sie die Goldmedaille beim „Concours Européen pour jeunes solistes“ in Luxemburg. Seit 2013 steht Laura Ochmann eine Violine von 1737 des Mailänder Geigenbauers Carlo Antonio Testore zur Verfügung.

Laura spielt häufig mit dem bulgarischen Pianisten Georgi Mundrov zusammen, der an seinem Wohnort in Dreieich die „Musiktage im Mai“ organisiert, weltweit Meisterkurse gibt und als Jurymitglied sehr gefragt ist.

STADTMUSEUM

FREITAG, 22. SEPTEMBER, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Private Kulturengagements münden in den Kunstverein.
Hofheim zwischen 1945 und 1966.

Vortrag von Marian Stein-Steinfeld

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Hanna Becker vom Rath, Selbstbildnis 1948

Das Stadtmuseum widmet dem Maler und Theatermann Hermann Haindl aus Anlass seines 90. Geburtstags am 30. September die Retrospektive „Ich bin ein Narr“ (20. August bis 1. Oktober). Hermann Haindl lebte seit 1955 in Hofheim und spielte seitdem eine einflussreiche Rolle im kulturellen Leben der Stadt. 1966 gründete er mit Freunden den Kunstverein. Wie sah das kulturelle Leben Hofheims in den 20 Jahren davor aus? Das schildert die Kunsthistorikerin Marian Stein-Steinfeld, Enkelin von Hanna Bekker vom Rath, in ihrem Rückblick auf die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, die die meisten der heutigen Hofheimer nicht miterlebt haben.

Schon bald nach Kriegsende öffneten Privatpersonen ihre Häuser oder Wohnungen für Vorträge, Hauskonzerte, Lesungen, Zimmertheater, zu denen per Handzettel und Presseankündigung geladen wurde. Zu den privaten Gastgebern zählte Hanna Bekker vom Rath, die neben Malern viele bekannte Schauspieler, Dichter, Musiker und Tänzer in ihrem blauen Haus beherbergte und zu deren Darbietungen einlud. In direkter Nachbarschaft eröffnete Marta Hoepffner ihre Fotoprivatschule, an der auch namhafte Künstler aus Frankfurt unterrichteten. Hier fanden Diskussionsabende zu künstlerischen Fragestellungen statt und es wurde so manches Fest gefeiert. Einige bekannte Persönlichkeiten und manche, die in Vergessenheit gerieten, werden in der Vorgeschichte des Kunstvereins skizziert: Sowohl als Darsteller, Einladende oder Gäste wie auch als später aktive Mitglieder hinterließen sie interessante Spuren.

Die Ausstellung ist an diesem Abend geöffnet.

Fiel leider aus

FREITAG, 8. SEPTEMBER, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Kammermusik im Kunstverein.
Laura Ochmann (Violine) und Georgi Mundrov (Klavier) spielen Vivaldi, Beethoven, Nathan Milstein und Edvard Elgar

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Ein bemerkenswerter Stern am Violinenhimmel ist ohne Zweifel die gerade 15-jährige Laura Ochmann aus Waldems. Bereits an ihrem 8. Geburtstag debütierte sie als Solistin mit den Frankfurter Sinfonikern unter der Leitung von Prof. Hans-Friedrich Härle. Mit der Thüringer Philharmonie trat sie 2015 im Kloster Eberbach sowie 2016 in der Alten Oper Frankfurt auf.

Laura Ochmann besucht das Gymnasium in Idstein. seit 2010 fährt sie aber wöchentlich als Jungstudentin an die Musikhochschule Köln. Dort gibt es seit 2005 einen Extrastudiengang für hochbegabte Geiger und Geigerinnen aus ganz Europa – geleitet von Frau Prof. Ute Hasenauer. Das Fach Klavier hat sie als Nebenfach bereits abgeschlossen. Von „Jugend musiziert“ angefangen hat Laura schon viele nationale und internationale Preise gewonnen, bereits 2011 den „Max-Bruch-Musikwettbewerb“ für Kinder und Jugendliche. 2015 erhielt sie die Goldmedaille beim „Concours Européen pour jeunes solistes“ in Luxemburg. Seit 2013 steht Laura Ochmann eine Violine von 1737 des Mailänder Geigenbauers Carlo Antonio Testore zur Verfügung.

Laura spielt häufig mit dem bulgarischen Pianisten Georgi Mundrov zusammen, der an seinem Wohnort in Dreieich die „Musiktage im Mai“ organisiert, weltweit Meisterkurse gibt und als Jurymitglied sehr gefragt ist.

STADTMUSEUM

MITTWOCH, 30. AUGUST BIS FREITAG, 31. SEPTEMBER
DIE KUNSTVEREIN KUNSTREISE 2017
SKULPTUR PROJEKTE MÜNSTER –
„AN JEDER ECKE EINE SENSATION“ (FAZ)

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Die diesjährige Kunstreise führt in die nach dem Zweiten Weltkrieg eindrucksvoll wieder aufgebaute westfälische Hauptstadt. Alle zehn Jahre lohnt sich ihr Besuch besonders. 2017 ist ein solches Jahr: Im Sommer finden zum fünften Mal die Skulptur Projekte Münster statt, die zu einer der weltweit bedeutendsten Ausstellungen von Kunst im öffentlichen Raum geworden ist. 35 renommierte internationale Künstler schaffen dafür neue Arbeiten, die temporär im Stadtzentrum und darüber hinaus aufgestellt werden. Zugleich begegnet man etwa ebenso vielen Skulpturen und Installationen, die seit der ersten Ausstellung 1977 in der Stadt geblieben sind. Auf dem Programm stehen Führungen zu den neuen Kunstwerken zu Fuß oder mit dem Fahrrad und eine historische Stadtführung. Daneben bleibt genügend Zeit für eigene Entdeckungen, die nicht zuletzt die westfälische Küche einschließen.

Ganz untreu werden wir dem Motto unserer bisherigen Reisen dabei nicht. Große Kunst abseits der großen Straßen erleben wir bei einem Abstecher zum Glasmuseum der Ernsting-Stiftung in Coesfeld-Lette. Und dort begegnen wir auch – in so ländlicher Umgebung sicher überraschend – einem Ensemble herausragender moderner Architektur. Anmeldungen zu dieser Reise sind leider nicht mehr möglich. Verpassen Sie es nicht, im nächsten Jahr dabei zu sein.

DIENSTAG, 11. JULI, GANZTÄGIG
DIE KUNSTVEREIN KUNSTFAHRT 2017
VON ATHEN LERNEN – DIE DOCUMENTA 14 IN KASSEL

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Die alle fünf Jahre stattfindende documenta ist zu einem Weltereignis zeitgenössischer Kunst geworden. 2017 ist es wieder so weit. Wir sind dabei.

„Von Athen lernen“ ist das Motto der 14. Documenta, die diesmal an zwei Orten stattfindet: Zuerst in Athen, wo sie schon am 8. April eröffnet wurde, und erst dann, vom 10. Juni an, an ihrem angestammten Platz in Kassel. Die Erweiterung wurde viel diskutiert. Sie hat für uns aber den Vorteil, dass das Konzept, das der 1970 in Polen geborene Kurator Adam Szymczyk für „seine“ Documenta an beiden Orten entwickelt hat, schon klar zu Tage getreten ist, wenn wir uns nach Kassel aufmachen. Es geht einerseits, anknüpfend an die aktuellen Probleme Griechenlands, um künstlerische Positionen zu den politischen und gesellschaftlichen Krisen der Gegenwart. Und andererseits um einen bewussten Bezug auf die Kunst im antiken Athen, insbesondere das Theater der klassischen Zeit, der sich im Rahmen der Documenta in einem hohen Anteil performativer Darstellungsformen widerspiegelt und auch neue Wege für die Vermittlung eröffnet: Wir sollen diese Documenta nicht als (passive) Betrachter, sondern als (aktiv) Beteiligte erleben.

MONTAG, 26. JUNI, 20 UHR
EINFÜHRUNG ZUR DOCUMENTA 14
DOCUMENTA 14. WELTKUNST – EINE REISE.
EIN FILM VON NATASCHA PFLAUMBAUM MIT ANSCHLIESSENDEM GESPRÄCH

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Von Athen lernen. Handgemeißeltes Flüchtlingszelt
von Rebecca Belmore vor der Akropolis

hr2-Hörer kennen sie mit Sicherheit: die Kulturjournalistin Natascha Pflaumbaum. Im Auftrag des Hessischen Rundfunks und von arte hat sie zur 14. documenta einen Film gemacht, der eine viel anschaulichere Einführung zur Weltausstellung zeitgenössischer Kunst ist, als es ein Vortrag mit Lichtbildern sein könnte. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir den 52-minütigen Film in Anwesenheit seiner Autorin zeigen können. Im Anschluss steht Natascha Pflaumbaum – ganz im Sinne der documenta-Macher, die das Publikum möglichst aktiv einbeziehen wollen – zum Gespräch mit Ihnen zur Verfügung. Gerhard Marquordt, der auch die Athener Ausstellung selbst erlebt hat, wird das Gespräch moderieren.

Ganz allein, nur mit ihrer Kamera, hat Natascha Pflaumbaum schon Monate vor der Eröffnung in Athen fünf der 160 KünstlerInnen besucht, die ihre Werke in Athen und Kassel zeigen. Sie fand sie vor allem in jenen Teilen der Welt, die von den großen Industrienationen eher an den Rand gedrängt werden. Ihre Reise führte sie nach Beirut, Kosovo, Buenos Aires, Leicester, New York und natürlich auch nach Athen und Kassel. Sie hat ihre Protagonisten bei der Arbeit an ihren Werken begleitet, um hinter die Erzählungen ihrer Werke zu kommen, und eindrucksvolle Geschichten gefunden: politisch, existenziell, berührend. So wird auch das besondere Konzept deutlich, das hinter der documenta 14 steht.

Für die Teilnehmer an unserer Fahrt nach Kassel am 11. Juli ist diese Einführung ein Muss, alle anderen erfahren viel über die documenta 14 – schon in Hofheim.

MOVIES KINO HOFHEIM

MITTWOCH, 14. JUNI, 20 UHR
ZUM 6. MARTA HOEPFFNER-PREIS FÜR FOTOGRAFIE
CHARLIE CHAPLINS „DER GROSSE DIKTATOR“
DAS FILMISCHE MEISTERWERK IM HOFHEIMER KINO

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Charlie Chaplin als „Der große Diktator“

Zum sechsten Mal hat die Marta Hoepffner-Gesellschaft in diesem Jahr den Hoepffner-Preis für künstlerische Schwarzweiss-Fotografie vergeben, der der Förderung des professionellen Nachwuchses dient. Die sehenswerte Ausstellung der Arbeiten der Preisträger wird noch bis zum 25. Juni im Stadtmuseum gezeigt.

Zum Begleitprogramm der Ausstellung zählt auch diesmal ein Film, der Film- und Zeitgeschichte geschrieben hat: „Der große Diktator“ von und mit Charlie Chaplin. Die 1939 in den USA gedrehte sehr komische wie tief bewegende Satire auf Adolf Hitler und den Nationalsozialismus bewertete die New York Times als den „vielleicht wichtigsten Film, der je produziert wurde“. Er blieb nicht ohne Einfluss auf den Kriegseintritt der USA. Solange es autoritäre Strukturen gibt, bleibt er aktuell. – Die Auswahl des Films für das Begleitprogramm zum Hoepffner-Preis ist nicht zufällig: Den Teilnehmern des Wettbewerbs wurde das vielschichtige Thema „Verführung“ gestellt.

Veranstalter ist die Marta Hoepffner-Gesellschaft. Wir unterstützen den Abend als Mitveranstalter.

MOVIES KINO HOFHEIM

FREITAG, 12. MAI, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Autorenlesung
Eva Menasse, „Tiere für Fortgeschrittene“

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Foto: Jürgen Bauer

Raupen, die sich ihr eigenes Grab schaufeln, Schafe, die ihre Wolle von selbst abwerfen, ein alter Despot will verhindern, dass die Demenz seiner Frau auch die eigene Vergangenheit löscht – jede von Eva Menasses Erzählungen geht von einer kuriosen Tiermeldung aus und widmet sich doch ganz der Gattung Mensch. Flora und Fauna – und wir alle sind Teil der Fauna!

Ist Ihnen auch schon mal aufgefallen, wie viele Herrchen ihrem Hund immer ähnlicher werden? Wie in ihrem ersten Erzählungsband studiert Eva Menasse auch hier wieder ihre Objekte mit einem unerbittlichen, aber neugierigen, verstehenden Forscherinnenblick. Wie umgekehrte Fabeln verraten absurde Tiermeldungen etwas über menschliche Verhaltensweisen. So ergibt sich eine Mischung aus pointiertem Witz, Geheimnis und melancholischem Ernst, ein geistreiches Lesevergnügen, das einen wunderbaren Abend verspricht.

Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, lebt seit 2003 als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman »Vienna« sowie ihre folgenden Erzählungen und Essays waren bei Kritik und Lesern ein großer Erfolg. 2015 war sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom und erhielt für ihr bisheriges Werk unter anderen den Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 21. APRIL, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Bild und Botschaft
Martin Luther und die Cranachs

Vortrag von Prof. Josef Walch

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Wie keine anderen Künstler der Renaissance haben Lucas Cranach d.Ä. und sein Sohn, Lucas Cranach d.J., gemeinsam mit ihrer Wittenberger Malerwerkstatt im 16. Jahrhundert zur Verbreitung der Botschaften der Lutherischen Reformation und des erneuerten Glaubens beigetragen. Lucas Cranach d.Ä. und Martin Luther waren eng befreundet. Als „Bildverkünder“ übertrug die Cranach-Werkstatt die reformatorische Lehre des „Wortverkünders“ Martin Luther in Bild-Botschaften. Die Gemälde setzten neue Maßstäbe in der bildenden Kunst ihrer Zeit. Mit ihren Bibeldrucken, dem Druck von provozierenden, satirischen Flugblättern oder ihren gemalten und gedruckten Luther-Portraits haben die Cranachs vor 500 Jahren, als nur die wenigsten Menschen lesen konnten, eine ausgeklügelte „Medienstrategie“ entwickelt, die das Bild, das sich die Welt von dem Reformator macht, bis heute bestimmt.

Im Rahmen seines Vortrags zum Lutherjahr 2017 wird Professor Walch die Entwicklung des Luther-Bildes, Werkstattstrategien, bedeutende Reformationsaltäre, Cranachs Bibeldrucke, satirische Flugschriften der Reformation sowie Illustrationen zu Luthers Schriften präsentieren und in ihren aktuellen Bezügen analysieren.

Professor Josef Walch studierte Malerei und Graphik sowie Kunstwissenschaften. Von 1994 bis zu seiner Emeritierung 2012 hatte er den Lehrstuhl für Didaktik der Kunsterziehung an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design in Halle inne. 2014 war er Artist in Residence der Cranach Stiftung Wittenberg.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 31. MÄRZ, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
„Du innig Rot …“
Liederabend mit dem trio esprit rude und Annette Schneider am Klavier

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Schönheit der Natur und tiefes Liebesleid, unkomplizierte gemeinsame Lebensfreude und Erfahrungen von Trennung und Konflikt: vielfach stehen diese Themen im Mittelpunkt lyrischer Dichtung und die Musik bringt auf ihre Weise die Spannung zwischen diesen Polen menschlicher Erfahrung zum Ausdruck. So auch im neuen Programm des trio esprit rude, dessen Auswahl von Kompositionen des 19., 20. und 21. Jahrhunderts den Bogen von der Romantik über den Impressionismus zur Moderne spannt.

Franz Schuberts „Hirt auf dem Felsen“ für Singstimme, Klarinette und Klavier vermittelt uns besonders eindrücklich den Übergang von tiefer Traurigkeit zu überschwänglicher Lebensfreude. Die Kompositionen von Maurice Ravel, Camille Saint-Saëns und Maurice Emmanuel umrahmen mit ihren farbigen Klängen die Vertonung der tragischen Gedichte der Karoline von Günderrode. Wolfgang Rihm, einer der bekanntesten Komponisten der Gegenwart, hat sie in seiner ganz besonderen Tonsprache im Liederzyklus das Rot zum Leben erweckt. In den Gedichten der Emily Dickinson, die Allan Blank für Sopran, Flöte und Klarinette komponiert hat, ist die Natur der Spiegel menschlicher Seele. Es ertönen weitere Kompositionen, die die Mitglieder des trio esprit rude in verschiedener Besetzung darbieten.

Das trio esprit rude sind Sonja Ebel-Eisa, Gesang und Rezitation, Polina Blüthgen, Flöte(n), Markus Hoßner, Klarinette und Klavier und als Gast Annette Schneider, Klavier.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 17. MÄRZ, 20 UHR
Mitgliederversammlung
Mit kleinem Konzert: Garreth Broke, Piano

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© Lana Yanovska

Der Vorstand berichtet über das ereignisreiche Jahr des 50-jährigen Jubiläums und stellt das Programm für 2017 vor. In seinen Reihen wird es einige personelle Veränderungen geben.

Nach den Formalitäten wird uns der Pianist Garreth Broke aus Wales mit eigenen Kompositionen unterhalten.
Garreth Broke studierte bis 2007 an der Oxford University Musik (BA Hons) und wirkt als Komponist, Pianist und Musiklehrer. Er lebt mit seiner Frau, der Malerin Anna Salzmann, seit 2014 in Frankfurt.

Beide, Künstlerin und Künstler, inspirieren und ergänzen sich auf geniale Weise in ihren Arbeiten. So entstand aktuell das Projekte „December“. Kurze, düstere musikalische Reflektionen über den Winter zu Aquarellen Salzmanns. Bereits zuvor erschienen ist, in gleicher beeindruckender Zusammenarbeit, das Werk „September“. Beide Arbeiten wurden bei dem Plattenlabel 1631, welches sich mit zeitgenössischer Musik einen Namen gemacht hat, veröffentlicht.

Die 2016 erschienene CD „Coping Mechanism“ zeigt Broke als einen sensiblen, einfühlsamen Menschen, der starke Emotionen in Musik umzusetzen weiß. Mit diesen Kompositionen verarbeitete er den Tod seiner Mutter.

Stadtmuseum

FREITAG, 3. MÄRZ, 20 UHR
FREITAG ABEND IM MUSEUM
Autorenlesung
Guntram Vesper: Frohburg
Ein Geschichts- und Geschichtenpanorama

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© Volker Poland

Für seinen Roman „Frohburg“ erhielt Guntram Vesper 2016 den Preis der Leipziger Buchmesse. Wir freuen uns, dass der Autor unsrer Einladung zu einer Lesung aus seinem eindrucksvollen Geschichts- und Geschichtenpanorama gefolgt ist.

Frohburg ist eine Kleinstadt zwischen Leipzig und Chemnitz. Dort ist Guntram Vesper, Jahrgang 1941, aufgewachsen.1957 musste er seine Heimatstadt und damit die Welt seiner Kindheit verlassen, als seine Eltern in den Westen des geteilten Deutschlands flohen. In seinem neuen Buch erzählt der Autor die Geschichte dieses Ortes und seine Geschichte mit diesem Ort. Hierzu werden zahlreiche autobiografische, anekdotische und historiografische Episoden erzählt, die sich überlagern, unterhaken und ablösen.
Vesper erzählt von so unterschiedlichen Begebenheiten wie den Nachwirkungen des Nationalsozialismus, vom Aberglauben in der Region, von Verrat, von DDR und SED, den Schleuserbewegungen im Grenzgebiet zur Tschechoslowakei und von Begegnungen mit Schriftstellern. Sein Roman setzt sich wie ein Familienbilderbogen zusammen und spiegelt im Mikrokosmos (s)einer Familie die Zeitgeschichte.

Neben den Büchern schrieb Vesper zahlreiche Hörspiele und Radioessays sowie Fernsehfilme.

Stadtmuseum Hofheim

FREITAG, 17. FEBRUAR, 15 UHR
ZU GAST BEI HOFHEIMER KÜNSTLERN
Atelierbesuch Kai Wolf

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Kai Wolf hat sich auf die Kinetische Kunst spezialisiert. Er entwirft surreale Maschinenobjekte und Klangskulpturen, bei denen Bewegung und Geräusch, manchmal auch Geruch, integrale ästhetische Bestandteile sind. „Was die Objekte von Kai Wolf auszeichnet, ist das ästhetische Gespür, mit dem er die Klaviatur bespielt und uns an seinem unerschöpflichen Repertoire überbordender Phantasie teilhaben lässt, “ sagt sein Frankfurter Lehrer Prof. Dr. Wolf Spemann über ihn. Dieoriginellen Arbeiten überraschen und provozieren nicht selten ein verstehendes Lächeln. Sie machen Spaß.

Kai Wolf hat Kunstwissenschaften und Bildhauerei/Plastik studiert. Er stellt international aus und hat zahlreiche Werkefür den öffentlichen Raum angefertigt, in unserer Nähe zum Beispiel den „Keltenkreisel“ in Hattersheim am Main.

Das Atelier befindet sich in den ehemaligen Phrix-Werken, die viele Jahre eine größere Zahl von Künstlern beherbergt haben. Die Künstler müssen das heruntergekommene , aber die Kreativität anregende Gebäude verlassen. Unser Besuch bei Kai Wolf ist die letzte Gelegenheit, die besondere Atmosphäre dieses Orts zu erleben.

Atelier des Künstlers

SONNTAG, 29. JANUAR, 17.00 UHR
Kammermusik im Kunstverein
Blechbläsermusik aus drei Jahrhunderten
Sebastian Zech und Mitglieder des hr-Sinfonieorchesters
Moderation: Christoph Werkhausen

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Der gebürtige Hofheimer Sebastian Zech (Solotrompeter der Stuttgarter Philharmoniker) präsentiert mit vier Kollegen des hr-Sinfonieorchesters (dem Hofheimer Heiko Herrmann, Trompete, John Stobart, Horn, Klaus Bruschke, Posaune und David Glidden, Tuba) Musik aus drei Jahrhunderten. Auf dem Programm stehen Werke von Henry Purcell (1659 – 1695), Matthew Locke (1621 – 1677), Johann Pezelius (1639 – 1694), Edvard Grieg (1843 – 1907), Viktor Ewald (1860 – 1935) und Enrique Crespo (geb. 1941). Die Vielfalt der Kompositionen eröffnet den Musikern höchst reizvolle klangliche Möglichkeiten.

Durch das Programm führt aufschlussreich und unterhaltsam Christoph Werkhausen. Der hr2-Musikredakteur und Moderator wird von seinen Hörern hoch geschätzt, zum Beispiel für seine beliebten Sendungen „Treffpunkt hr-Sinfonieorchester“ und „Klassikzeit mit dem hr-Sinfonieorchester“.

Das Konzert ist unser Beitrag zu den „Main-Taunus-Konzerten“ des Main-Taunus-Kreises.

Landratsamt

SONNTAG, 29. JANUAR, 15.30 UHR
Ludwig Meidner im Landratsamt
Führung durch das neue Meidner-Forum mit Monika Öchsner M.A.

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Ludwig Meidner – Selbstbildnis mit Käppchen

Von 1955 bis 1963 lebte Ludwig Meidner, einer der bedeutendsten Künstler des Expressionismus, in Hofheim. Er verbrachte hier nach eigener Aussage seine glücklichsten Jahre. Um das Gedenken hieran zu bewahren, hat der Main-Taunus-Kreis im Laufe der Zeit elf seiner Werke angekauft. Sie werden seit dem vergangenen Jahr, dem 50. Todesjahr des Künstlers, im neuen Meidner-Forum des Landratsamts gezeigt.

Die Kunsthistorikerin Monika Öchsner führt uns durch die kleine Ausstellung mit sehenswerten Zeichnungen, Druckgraphik und einem doppelseitigen Ölgemälde, die überwiegend in Meidners expressionistischer Werkphase (um 1918) entstanden sind. Nutzen Sie die seltene Gelegenheit, die Arbeiten mit kompetenten Erläuterungen zu erleben. Frau Öchsner dürfte schon vielen von Ihnen als „offizielle“ Führerin bei den Kunstausstellungen des Stadtmuseums Hofheim bekannt sein.

Nach der Führung und einer kleinen Pause können Sie unser Konzert mit Blechbläsermusik aus drei Jahrhunderten im Plenarsaal des Landratsamts besuchen.

Landratsamt