Von London nach Venedig

Eine aufmerksame Zuhörerschaft erfreute sich an der fachkündigen Führung. Foto: NP

30 Interessierte waren der Einladung des Kunstvereins und des Lyzeum Clubs Frankfurt Rhein-Main gefolgt und reisten am 10. Juni zu den „Internationalen Tagen Ingelheim“.

Der US-Amerikaner und Wahl-Londoner James McNeill Whistler (1834–1903) gilt als einer der bekanntesten, innovativsten und einflussreichsten Künstler des 19. Jahrhunderts. Die Ausstellung präsentiert Radierungen und Lithografien, die er in London und Venedig schuf, sowie Darstellungen von Menschen aus seinem privaten und beruflichen Umfeld.

Der japanische Künstler Hiroyuki Masuyama (*1968) wurde von der Kuratorin dieser Ausstellung, Frau Dr. Henkel, eingeladen, sich auf die Pfade Whistlers nach London und Venedig zu begeben. Dort suchte er exakt die Standorte auf, von denen aus Whistler die Motive seiner Grafiken aufgenommen hatte. Masuyama schuf damit Fotoarbeiten, die die historischen Stadtansichten Whistlers und seine aktuellen Fotos miteinander verschmelzen. Zum tieferen Verständnis von Masuyamas übergeordnetem Thema „Zeit, Raum, Veränderung“ zeigen frühere Arbeiten von ihm, in einem vierten Ausstellungsteil, seine äußerst beeindruckenden Lichtkästen, filigrane Papierarbeiten und eine begehbare Installation.

Unsere Begleiterinnen Frau Dr. Henkel und Frau Dr. Siemer verstanden es durch ihre Führungen, die besonderen Sichtweisen der beiden Künstler zu erläutern, den Blick auf Details zu lenken und die Persönlichkeiten dieser Künstler vorzustellen. Und plötzlich sah man die Werke anders, sah mehr, sah neu. Dies war das einhellige Fazit der Besucherinnen und Besucher. BD/CP